Freiburg

Christina Küfer ist Katzenstreichlerin im Freiburger Tierheim

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Christina Küfer geht regelmäßig ins Tierheim, um dort ehrenamtlich Katzen zu kraulen. So hilft sie den Tieren einsame Tage im Heim ohne dauerhafte Bezugsperson zu überstehen.

Anuk hat genau im Blick, wer zu ihr und den anderen Katzen kommt: Sie interessiert sich sehr für Menschen. Anuk ist sieben Jahre alt und braun getigert. Sie wurde wegen einer Katzenallergie ihrer Besitzer im Tierheim abgegeben, dort wartet sie auf ein neues Zuhause. Gut für sie ist, dass es Christina Küfer (39) gibt: Sie hilft Anuk und den anderen Katzen, die langen Tierheim-Tage ohne dauerhafte Bezugspersonen besser zu überstehen – durch ihren Einsatz als "Katzenstreichlerin".


Jede Katze hat einen anderen Charakter

Wer Anuk zum ersten Mal erlebt, ist schnell von ihr angetan: Sie beobachtet alles neugierig, ist sehr interessiert und nimmt gern Kontakt auf zu Menschen. Doch Christina Küfer weiß, dass es trotzdem gut ist, auf der Hut zu bleiben – manchmal faucht Anuk plötzlich.

Christina Küfer kennt einige, die sich hier im Katzenzimmer tummeln und ab und zu auch mal nach draußen ins Katzengehege huschen: zum Beispiel Chico, hellgrau getigert mit ungewöhnlich schönen blauen Augen. Er ist schon zum zweiten Mal im Tierheim gelandet. Oder Whity, der bereits seit zwei oder drei Jahren hier ist – also sehr lange. Jede Katze hat ihre eigene Persönlichkeit: "Und ich liebe jede einzelne", sagt Christina Küfer. Sie mag Katzen seit ihrer Kindheit. Weil sie ihr geheimnisvoll und interessant vorkommen und sie sich ihnen verbunden fühlt: "Sie haben das gewisse Etwas."

Eine eigene Katze konnte sie sich erst als Erwachsene anschaffen, sie hat sie damals aus dem Tierheim in Lahr geholt. 2014 hat sie beschlossen, sich auch für andere Katzen einzusetzen: "Ich wollte etwas Sinnvolles tun, eine erfüllende Aufgabe haben, bei der ich gebraucht werde", sagt sie. So kam sie zum Tierheim. Inzwischen ist sie fast jeden Tag da, obwohl sie keine ganz kurze Anfahrt hat: Sie wohnt in Hochdorf. Besonders viel zu tun gab’s im Sommer 2015, als von einem Moment zum anderen mehr als 50 Katzen auftauchten, die zudem fast alle trächtig waren – eine psychisch kranke Frau hatte sie in ihrer engen Wohnung gefangen gehalten, wo sie sich immer weiter vermehrten. Fast alle konnten vermittelt werden, nur Rita blieb übrig: Sie ist schwarzweiß und sehr zurückhaltend.
"Ich bekomme viel zurück – Wärme, Zuneigung, Vertrauen." Christina Küfer
Christina Küfer begrenzt sich nicht auf Katzen, sie führt auch Hunde aus. Mit Hunden ist manches einfacher: Sie begrüßen alle, die sie kennen, begeistert. Doch auch bei den viel unabhängigeren und eigenwilligeren Katzen kommt es vor, dass sie bei ihrer Ankunft angerannt kommen, erzählt Christina Küfer. Einige schnurren, andere miauen. Natürlich gibt es auch welche, die ungerührt bleiben oder sich nur mit Leckerli locken lassen.

So oder so steht für sie fest: "Ich bekomme viel zurück – Wärme, Zuneigung, Vertrauen." Nicht immer einfach ist es, wenn plötzlich einer ihrer Schützlinge fehlt. Eigentlich freut sich Christina Küfer dann, weil ein Tierheim-Tier eine Perspektive anderswo gefunden hat. Doch da ist auch ein bisschen Traurigkeit. Insgesamt aber kann sie besser damit umgehen, als sie anfangs dachte. Schwierig wird es vor allem dann, wenn mehrere, die sie lange begleitete, gleichzeitig verschwinden: "Dann wirkt der Raum richtig leer, alles Vertraute ist weg." Inzwischen könnte sich Christina Küfer, die bisher im kaufmännischen Bereich gearbeitet hat, vorstellen, auch beruflich irgendwas mit Katzen zu machen – zum Beispiel Beratung für Katzenhalter anzubieten.
Kontakt



Wer Hunde ausführen, Katzen streicheln oder bei ihrer oder der Pflege der anderen Tiere helfen will, kann sich ans Tierheim wenden. Die Adresse: In den Brechtern 1c, Tel. 0761/84444, Internetadresse: http://www.tierschutzverein-freiburg.de