Chezfine schließt: Neueröffnung an anderer Stelle geplant

Frank Zimmermann

Zum vorerst letzten Mal öffnet Josefine Jegal Ende kommender Woche ihr Restaurant Chezfine in der Kartäuserstraße in Freiburg. Das Geschäft läuft gut – doch bauliche Mängel zwingen zum Auszug.

Nach drei Jahren muss das Chezfine wegen baulicher Mängel aus dem Gewölbekeller der früheren Zille-Stube ausziehen. Ein neuer Standort ist noch nicht gefunden, das Chezfine soll aber auf jeden Fall woanders wiedereröffnet werden, wenn möglich ab Herbst. In Freiburg und darüber hinaus hat sich das Chezfine seit seiner Gründung vor drei Jahren mit gehobener regionaler Küche einen Namen gemacht. "Ich habe das als Experiment gesehen, und es hat funktioniert", sagt Josefine Jegal. Ohne Reservierung war es zuletzt schwierig, einen Platz im Chezfine zu bekommen. Folglich sind es auch nicht wirtschaftliche Gründe, die Jegal und ihr Team – drei festangestellte Mitarbeiter und sieben Aushilfen – nun zum vorläufigen Aufhören zwingen. "Wir sind nicht zerstritten und nicht pleite", betont die 30-Jährige, die im Sternerestaurant Schwarzer Adler in Oberbergen das Kochen gelernt hat und einst auch einige Semester BWL an der Freien Universität in Berlin studierte.


Woanders soll es mit dem gleichen Konzept weitergehen

Bauliche Mängel seien für sie ausschlaggebend gewesen, jetzt in der Kartäuserstraße einen Schlussstrich zu ziehen und woanders mit dem gleichen Konzept neu anzufangen, sagt Josefine Jegal. Um was für Mängel es sich genau handelt, darüber will sie nicht sprechen. Fest steht aber: Sie waren so schwerwiegend, dass Jegal dort nicht langfristig weiter kochen wollte. Ihr Vertrag hätte sich nun um drei Jahre verlängert, darauf wollte sie sich nicht einlassen. "Das war uns zu lange." Besser sei es, jetzt auszuziehen, "als dass dann irgendwann Land unter ist". Jegal sagt aber auch über die vergangenen drei Jahre an der Kartäuserstraße: "Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt."

Josefine Jegal ist seit langem auf der Suche nach neuen Räumen, allerdings gestaltet sich diese Suche schwierig. Nachdem sie jetzt unerwartet eine weitere Absage bekommen hatte, entschied sie sich zum Pausieren. Sie sucht in Freiburg ein Restaurant mit 60 bis 70 Plätzen, etwas "Urbanes" mit "dem Charme des Besonderen", das am besten noch Plätze im Freien hat und zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar ist. Das jetzige Lokal hat 45 Plätze drinnen und weitere 40 im Freien.

Am 22. Juni wird im Chezfine nun vorerst zum letzten Mal gekocht. Was aus den Mitarbeitern wird, ist offen, einige seien jetzt erstmal auf Reisen, sie hätten aber eine Rückkehroption, sagt Jegal. Die Chefin selbst will im Sommer durch Frankreich reisen, ihre Erfahrungen sacken lassen ("das ist wichtig für die Kreativität") und sich ansonsten um ihr zweites Standbein kümmern: Seit vergangenem Jahr betreibt sie noch den Kiosk im Freibad St. Georgen, wo sie einst schon als Schülerin gejobbt hat.

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[Bild 1: Carolin Buchheim; Bild 2: Michael Wissing]