Leute und Listen

Carolin Jenkner, CDU: "Überall kleine Inseln schaffen"

Fabian Vögtle

Am 26. Mai wird ein neuer Gemeinderat gewählt. In Freiburg treten 18 Listen an. Welche Positionen vertreten sie? Heute: Carolin Jenkner, Spitzenkandidatin der CDU.

BZ: Frau Jenkner, Sie sind promovierte Naturwissenschaftlerin, evangelisch und schon länger in der CDU aktiv. Was verbindet Sie noch mit Angela Merkel und was machen Sie anders als die Kanzlerin?

Jenkner: Merkel war für mich ein Grund in die CDU zu gehen. Ich mag ihren Politikstil; es zeichnet sie aus, dass sie das große Ganze im Blick hat. Mir ist es auch wichtig, auf alle Bürger einzugehen. Anders als die Kanzlerin nutze ich dazu moderne Kommunikationsformen.

BZ: Wofür steht Ihre Liste?
Jenkner: Wir stehen für eine bezahlbare, sichere Stadt, die wir in ihrer Gesamtheit im Blick behalten und haushälterisch verantwortlich und damit generationengerecht für die Zukunft gestalten.

BZ: Was muss sich in Freiburg dringend ändern?
Jenkner: Die Mietpreise sind eindeutig zu hoch. Wir müssen auch Anreize für Familien schaffen, die in der Stadt Fuß fassen wollen, etwa mit Wohneigentum.

BZ: Soll Freiburg weiter wachsen oder sollte nach dem Bau des neuen Stadtteils Dietenbach Schluss sein?
Jenkner: Die Prognosen und Trends sind nicht so verlässlich. Diese gilt es abzuwarten. Mit Dietenbach haben wir eine erste Antwort. Wir sollten jedoch bis dahin neue Flächen ausweisen.
Carolin Jenkner, 32, ist Biometrikerin am Zentrum für klinische Studien der Uniklinik. Sie ist ledig und wohnt im Stühlinger. Jenkner ist im Vorstand der Jugendberatung. Sie geht gerne bouldern und segeln.

BZ: Für den neuen Haushalt haben Stadtverwaltung und Gemeinderat 70 Millionen Euro neue Schulden beschlossen. Wie bekommt man die Finanzen wieder in den Griff?
Jenkner: Wir sollten nicht immer allen Wünschen nachgehen, die wir nicht umsetzen können. Seit Jahren schieben wir so eine Bugwelle von Investitionen vor uns her, dabei müssten wir priorisieren.

BZ: Ihre Traumveranstaltung für das Stadtjubiläum?
Jenkner: Es wäre schön, wenn wir überall kleine Inseln schaffen könnten.

BZ: Bitte vervollständigen Sie: Ich finde den kommunalen Ordnungsdienst …
Jenkner: …sehr gut. Denn dieser unterstützt und entlastet die Polizei. Es ist richtig, dass wir mit der Aufstockung jetzt in den Abend und in die Stadtteile gehen.

BZ: Die Umsetzung politischer Entscheidungen scheitert immer öfter am Widerstand von Bürgern. Wie wollen Sie hier vermitteln?
Jenkner: Es ist wichtig, dass wir frühzeitig mit den Bürgern sprechen und Aufklärungsarbeit leisten. Der Diskussionsprozess muss transparenter sein.

BZ: Mit welchen anderen Listen könnten Sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen?
Jenkner: Es wird wohl keine konstanten Bündnisse geben. Wenn es passt, geht das mit allen demokratischen Listen.


BZ:
Welcher Gemeinderatsbeschluss der vergangenen zehn Jahre war Top, welcher war der größte Flop?
Jenkner: Top waren Vollzugsdienst und Dietenbach, ein Flop die Umbenennung der Straßennamen. Ich hätte lieber Zusatzschilder gesehen; denn so verlieren wir das kulturelle Gedächtnis der Stadt.
Leute und Listen

Am 26. Mai wird ein neuer Gemeinderat gewählt. In Freiburg treten 18 Listen an. Welche Positionen vertreten sie? Wir haben die jeweiligen Spitzenkandidatinnen und -kandidaten um Antworten für einen Fragebogen gebeten. Alle bisher erschienenen Folgen gibt’s unter: Kommunalwahl 2019 in Freiburg: Leute und Listen.

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