Fotografie

Carlotta Huber: Eine 16-jährige Freiburgerin, ein Fotopreis und viel Geduld

Julia Littmann

"Ein gelungenes Bild prägt sich ein": Die Freiburgerin Carlotta Huber bekommt den Deutschen Jugend fotopreis – für eine Brummi-Fotostrecke. Julia Littmann stellt die 16-Jährige vor.

Zu ihrem sechsten Geburtstag schenkte ihr Großvater ihr eine kleine Canon-Kompaktkamera. "Da genau fing das an", sagt Carlotta Huber, "diese Lust, also vor allem auch das Interesse am Fotografieren." Im September wird die Freiburgerin im Rahmen der Fotomesse "Photokina" für eine Fotostrecke mit dem Deutschen Jugendfotopreis ausgezeichnet. Die 16-Jährige hatte am Autohof Fernfahrer mit der Kamera begleitet, hat Trucker und Fahrzeuge in Szene gesetzt, ursprünglich für eine BZ-Reportage, nun auch als Wettbewerbsbeitrag.


" … oder auch das sehr seltene Glück, im richtigen Augenblick abzudrücken für die geniale Momentaufnahme." Carlotta Huber
Zehn Jahre liegt der Einstieg mit der Kompaktkamera zurück, längst ist Carlotta Huber beim "großen Besteck" gelandet, Spiegelreflex und Teleobjektiv sind da längst selbstverständlich. Etliche Auszeichnungen aus den vergangenen Jahren legen nahe, dass das Interesse am fotografierten Bild mit allem zusammentraf, was es für richtig gute Fotos braucht. "Das Können ist ja sehr subjektiv, aber die Geduld und die Beharrlichkeit in der oft nervenaufreibenden Vorbereitung ist wichtig", zählt Carlotta Huber auf, "das richtige Licht, der richtige Blick oder auch das sehr seltene Glück, im richtigen Augenblick abzudrücken für die geniale Momentaufnahme."

Verantwortung und Kommando

Bis vor kurzem musste Carlotta Huber neben der Schule – inzwischen Kursstufe am Goethe-Gymnasium – zwei große Leidenschaften unter einen Hut bringen: Bis zu einer schweren Verletzung nämlich war sie auch Handballerin. Bis sie herausfindet, welcher Sport den Handball wettmachen kann, trainiert sie beharrlich Fitness. Den meisten Raum aber nimmt längst das Fotografieren ein. "Viele denken, da drückt man halt ab und hat ein Foto, aber rings um so ein Foto ist einfach viel zu tun – von der Recherche und der Vorbereitung bis zur Nachbearbeitung", stellt sie klar.

"Ein wirklich gutes, gelungenes Bild prägt sich ein, finde ich, es ist nicht einfach beliebig schön." Carlotta Huber
Die bislang aufwändigste Fotoreportage war "Der Europa-Park ohne Menschen". Die Absprachen im Vorfeld, die kurze Stunde bevor der Park geöffnet wurde – Carlotta Huber fand’s eine ganz schöne Herausforderung. Ähnlich herausfordernd, aber ganz anders als die menschenleeren Motive nennt sie die Fotos von Menschen, Szenen, Portraits: "Da hat man die volle Verantwortung, aber eben auch das Kommando!" Soll heißen, die Fotografin führt Regie. "Ich sehe mein Motiv im Kopf und versuche, das dann auch genau so zu inszenieren", beschreibt sie den Vorgang. Was sie gar nicht brauchen kann, ist das künstliche Facebook-Lächeln, erklärt sie bestimmt. Das Teleobjektiv stellt oft die nötige Distanz her, die Leute vor der Kamera dann doch "echt" sein lässt.

Carlotta Huber möchte Bilder machen, die man in Erinnerung behält, Bilder, auf denen was passiert: "Ein wirklich gutes, gelungenes Bild prägt sich ein, finde ich, es ist nicht einfach beliebig schön." Eine Möglichkeit, solche "bleibenden" Fotos zu machen, ist für sie das Herstellen von Perfektion. "Das gelingt, wenn man sehr gut daran arbeitet", sagt sie, "aber der eine Glückstreffer, bei dem alles auf Anhieb passt, weil im richtigen Moment abgedrückt wurde, der ist richtig, richtig selten." Sie selbst kann beides preiswürdig.

Mehr zum Thema: