Cannabis und Feuerstein

Helena Barop

In weißen Zelten auf dem Platz der Alten Synagoge stellt sich an verschiedenen Ständen die Uni vor. Wir haben nachgefragt, was die Studenten in Freiburg erforschen.



"Also hier am Stand beschäftigen wir uns mit Feuer und den verschiednen Lichtquellen, die es zu verschiendenen Zeiten gab. Hier vorne kann man mit Feuersteinen selbst versuchen, ein paar Funken zu schlagen. Eine Kommilitonin von uns macht für ihre Magisterarbeit Schmelzversuche mit Kupfererz. Sie hat auch schon Kupfer damit herstellen können. Das funktioniert so: Sie macht ein Lagerfeuer, aber da das Lagerfeuer nur ungefähr 800 Grad Hitze produziert, man aber zur Verhüttung 1200 bis 1300 Grad braucht, muss man mit Blasrohren zu sechst außen rum sitzen, und ins Feuer pusten. Mit dem Kupfer hat sie dann auch schon versucht, eine Pfeilspitze zu gießen. Das hat aber noch nicht so toll geklappt."


Lisa ist 22 und studiert Urgeschichte und vorderasiatische Archäologie. (Das Foto zeigt eine Nachwuchswissenschaftlerin beim Feuermachen.)



"Wir stellen verschiedene Experimente mit Licht vor. Unsere Zielgruppe sind Schülerinnen, die wir für die Naturwissenschaften begeistern wollen."

Bente (links) studiert Informatik, Sabrina (rechts) studiert Mikrosystemtechnik.



"Wir gehen der Frage nach, warum die Zelle so aussieht wie sie aussieht. Warum ist die eine stäbchenförmig, die andere rund? Wir suchen dann die einzelnen Proteine dazu raus und versuchen zu klären,welches Protein jetzt dafür verantwortlich ist. Das ist dann schon Biochemie. Außerdem versuchen wir zu klären,wie DNA repariert werden kann. "

Minh (rechts) ist 30 und studiert Mikrobiologie.



"Ich untersuche psychotherapeutische Gespräche. Meine Doktorarbeit schreibe ich darüber, wie Therapeuten und Patienten miteinander interagieren. Ich beschäftige mich vor allem mit Patienten, die Schmerzen haben, aber keinen ausreichenden Organbefund. Oft ist da der Verdacht berechtigt, dass die Beschwerden psychosomatisch sind, also von psychischen Problemen ausgelöst werden. Viele können eine solche Diagnose aber nicht akzeptieren, da kommt es häufig zu Widerständen. Ich untersuche die kritischen Momente im Therapiegespräch."

Anne ist 29 und schreibt ihre Doktorarbeit in Linguistik.



"Wir stellen hier THC-freie Cannabispflanzen vor. Uns interessieren vor allem die anderen Substanzen, die die Pflanze außer THC enthält. Es geht um Rheuma und Migräneerkrankungen und wie die Entzündungen, die diese Krankheiten auslösen durch die Inhaltsstoffe von Cannabis gehemmt, gelindert und geheilt werden können. Die Laborversuche sehen schon ganz vielversprechend aus, vor allem auf Zellkulturebene. Wir hoffen, das wir bis 2007 ein Medikament auf den Markt brigen können, das rezeptfrei käuflich ist."

Clemens ist 23 und studiert Biologie in Ulm. Gerade macht er drei Monate lang ein Praktikum an der Uni Freiburg.