Cake Art Freiburg: Zwei Freiburgerinnen backen bunte, süße Torten und Cupcakes

Marlene Wilkes

"Das ist doch zu schade zum Essen!" ist die Standardreaktion auf die kreativ verzierten Cupcakes und Torten von Anina Schiwitz und Ulrike Dahl, die hinter "Cake Art Freiburg" stecken. Warum man sie trotzdem essen sollte und wer die Freiburger "2 Broke Girls" sind:



Höchst konzentriert und sorgfältig modelliert Anina Schiwitz die winzigen Barthaare des kleinen grauen Osterhasen. „Ein bisschen pummelig ist er zwar, aber süß schaut er doch aus!“, sagt sie und reicht ihr Werk an Ulrike Dahl weiter. Ihre Kollegin setzt das Tierchen behutsam ins grüne Gras.


Aber nicht in irgendein Gras: Es handelt sich um Zuckerpastengras. Auf einem Cupcake. „Freiburger Cake Art“ nennen sich die zwei backbegeisterten Freundinnen - und diesem Namen werden sie gerecht. Denn Kunst ist es, was die zwei aus Marzipan, Sahnecremes und Fondant zustande bringen.

Wer dahinter steckt

 
„Mein Papa bezeichnete mich immer als Küchenlegastheniker. Deswegen konnte er es gar nicht fassen, als ich ihm meine ersten selbstgemachten Cupcakes vor die Nase hielt. Aber als er sie dann probierte, war er gleich ganz begeistert.“ Anina Schiwitz lacht, als sie sich an ihre Backanfänge erinnert. Dabei sind die noch gar nicht lange her. Vor genau einem Jahr versuchte sich die 24-Jährige zum ersten Mal an den amerikanischen Cremetörtchen.

Der Grund: Sie war mit einer Freundin verabredet, als diese meinte, sie hätte doch keine Zeit, weil sie backen muss. „Dann komm' doch zu mir und wir backen zusammen.", schlug sie ihrer Freundin vor. Nach diesem Nachmittag war Anina so angesteckt, dass sie sich gleich am nächsten Tag Unmengen an Backartikeln bestellte.

Bei Ulrike Dahl war die Backleidenschaft eigentlich schon immer da. „Früher habe ich ständig Muffins und Kuchen zusammen mit meiner Mutter gebacken, später dann alleine. An Cupcakes wage ich mich allerdings erst seit den letzten paar Jahren heran. Ich dachte immer, die seien wahnsinnig kompliziert. Mittlerweile hat sich aber genau das zur einer richtigen Leidenschaft entwickelt und ich backe fast nur noch Cupcakes.“, erzählt die 31-jährige Physiotherapeutin.



Zueinander gefunden haben die zwei Backfeen durch ihr gemeinsames Handballtraining. „Wir sind die Übermotivierten der Mannschaft“, erzählt Anina: „Beim Lauftraining haben wir immer ein paar Kilometer mehr zurück gelegt als die anderen. Damit die Zeit schneller rumgeht, haben wir uns dabei unterhalten. Bei so einem Gespräch kamen wir dann auch aufs Backen und dass es doch cool wäre, das mal zusammen zu machen“.

Wir backen dich glücklich

Gesagt, getan. So begannen sie, neben ihren Vollzeitberufen als "Cake Art Freiburg" gemeinsam ihrer Leidenschaft nachzugehen. Für Uli ist das Backen ein Ausgleich zur Arbeit. „Wenn ich nach einem stressigen Tag in der Küche stehe und modelliere, schalte ich alles um mich herum aus und bin gleich total entspannt.“ Für ihre zuckrigen Kunstwerke legen sie und Anina daher auch gerne mal die ein oder andere Nachtschicht ein.

"Wir backen dich glücklich"
ist ihr Slogan. Und genau das lieben die beiden so sehr an ihrem Hobby. Uli: "Ich finde es einfach toll, wie man die Leute zum Strahlen bringt mit so etwas Selbstgemachtem. Es gibt nichts Schöneres, als etwas zu überreichen und zu sehen, wie sehr sich der Beschenkte darüber freut!" "Ohja, und es ist so süß, wie unser Gebackenes dann ganz stolz rumgezeigt wird!", fügt Anina hinzu.

Die Standardreaktion sei dann meist: Kann man das denn essen? Und: Das ist doch viel zu schade zum essen! Sie lachen. Denn natürlich achten die Beiden darauf, dass ihre Kunstwerke neben der tollen Optik auch geschmacklich ordentlich was hergeben.



Auch, wenn das manchmal gar nicht so einfach ist. Bei Einigen, gerade den älteren Generationen, kommen die kunterbunten, meist sehr süßen Teilchen oft nicht so gut an. "Für die machen wir es dann eben eher zitronig. Oder etwas mit Himbeeren, die mag wirklich jeder.", sagt Uli.

"Auch uns sind einige Sachen zu süß. Fondant, das wir meistens zum verzieren benutzen, ist gerade bei mehrstöckigen Torten echt heftig. Das sieht toll aus, aber wir sind niemandem böse, wenn er das auf dem Teller zur Seite schiebt." Der absolute Renner bei Frauen seien die Hugo-Cupcakes. Gerade im Sommer komme die erfrischende Mischung aus Minze und Zitrone super an. Im vergangenen Herbst haben sie sich dann durch ihre Website eine Plattform erstellt, um ihre Kunstwerke, für die sie im Freundes- und Familienkreis bereits viel Zuspruch erhielten, auch online zu präsentieren. Dort findet man dreistöckige knallbunte Regenbogentorten, einen Strauß Rosencupcakes, Shaun-das-Schaf-Cupcakes, Cupcakes mit Teilen der Berliner Mauer, in Schokolade getränkte Cakepops und und und.

„Das war verrückt. Schon bevor wir unsere Website so richtig publik gemacht und einfach nur ein paar Fotos hochgestellt hatten, haben wir wahnsinnig viel Zuspruch von anderen Foodbloggern bekommen“, erzählt Anina. Seit Februar haben sie außerdem eine Facebookseite, die schon über 1200 Menschen gefällt.

Uli: „Seit wir auf Facebook sind, ist es krass. Wir bekommen viele externe Anfragen nach Cupcakes und Kuchen, denen wir leider immer absagen müssen, da wir nichts verkaufen können. Der Konditor-Beruf ist geschützt und es gibt sehr viele Vorschriften einzuhalten, die wir momentan nicht erfüllen können.“ Rezepte, Tipps und Tricks geben sie gerne weiter, Anfragen können sie daher aber leider nicht annehmen. Noch nicht jedenfalls. Denn die Beiden träumen von einem eigenen Café.



Wovon sie träumen

„Die Freiburger 2 Broke Girls sozusagen.“ stellen die Freundinnen fest und lachen. Für ihren Lebenstraum haben sie auch schon ziemlich konkrete Ideen und Pläne im Kopf. Die Einrichtung im französischen Stil mit ganz viel rosa und die Zutaten kommen vom Bauern nebenan. Ihr Cafe möchten sie nämlich am liebsten in Aninas Heimat Endingen im Kaiserstuhl eröffnen.

Dort gäbe es zwar einige alteingesessene Bäcker und Konditoren, kleine süße Cafés und die Möglichkeit für einen Caramell Cappucchino to go fehlen aber ihrer Meinung nach. Anina:„Der franzöische Einrichtungsstil und das ganze Konzept, das uns vorschwebt, hat ja sowas entschleunigendes. Und würde das nicht total gut aufs Land passen?“

Ein einfaches Rezept für Cupcakes haben uns die zwei verraten. Das Topping dafür ist ihnen bisher immer gelungen und durch die Mascarpone und den Quark schmeckt es sommerlich frisch. Außerdem ein paar Tipps, damit nichts schiefgeht:  
  • Alle Zutaten vor dem Backen auf eine Temperatur bringen. Wenn zum Beispiel die Butter warm und die Eier kalt sind, kann es schnell passieren, dass die Butter rinnt.
  • Falls das doch passiert und der Teig krissel,t kann man entweder versuchen, es mit ein bisschen Mehl wieder hinzubekommen oder man erwärmt die geronnene Butter noch einmal. Dann dauert es allerdings auch wieder, bis sie kühl genug ist, um das Topping draufzuspritzen.
  • Den Backofen vorheizen.
  • Ober-/Unterhitze statt Umluft, da diese die Cupcakes eher ausstrocknet.

Vanille Cupcakes

für den Teig
150 g Butter oder Margarine
140 g Zucker
1 Päckchen Vanille Zucker
3 Eier
150 g Mehl
1 gestrichenen TL Backpulver
Prise Salz
Vanille aus Vanille Mühle
½ TL Bourbon-Vanille Aroma (oder flüssiges Vanille Aroma)

für das Topping
250g Mascarpone
125g Magerquark
Vanille Aroma nach Geschmack (oder echte Vanille)
Etwa 50g Zucker
Backofen: 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen
Backzeit: ca 18-20 min   Zubereitung der Cupcakes
  • Muffinblech mit Papierförmchen füllen (12 Stück)
  • Butter mit Zucker schaumig schlagen
  • Vanille & Aroma mixen bis die Masse hell und schaumig ist
  • Die Eier einzeln hinzugeben und jeweils kurz unterrühren
  • Mehl, Backpulver, Salz über die Mischung sieben und unterrühren
  • Teig gleichmäßig in die Vertiefungen füllen
  • Cupcakes backen ca 18-20 Minuten, Stäbchenprobe nicht vergessen!
  • Form aus dem Ofen nehmen und Cupcakes noch in der Form abkühlen lassen. Danach zum Auskühlen auf ein Kuchengitter setzen.
Zubereitung des Toppings Alle Zutaten vorsichtig miteinander verrühren.

Dann die Creme in einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen und auf die ausgekühlten Cupcakes spritzen. Anschließend nach Lust und Laune dekorieren!

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[Fotos: Cake Art Freiburg]