Buttersäureanschlag auf Uni-Gebäude in der Werthmannstraße

Carolin Buchheim

Am Mittwoch haben Unbekannte einen Buttersäureanschlag auf das Uni-Gebäude Werthmannstraße 8, Rückgebäude, verübt. Das Gebäude, in dem sich unter anderem die Gemeinsame Kommission der Philologischen,Philosophischen und Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaftlichen Fakultät befindet, musste evakuiert werden, Mitarbeiter klagten auch zwei Tage später noch über Gesundheitsbeeinträchtigungen und Geruchsbelästigung. Die Rache eines gescheiterten Studierenden?



"Bürokratie stinkt"
steht seit Mittwoch auf den Stufen des Uni-Gebäude im Hinterhof der Werthmannstraße 8. Und stinken tut es dort seitdem ebenfalls, und zwar gewaltig: am Mittwochmorgen entdeckten die Mitarbeiter eine Lache mit Buttersäure am Eingang des Gebäudes.


Buttersäure ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Butansäure. Sie stinkt stark nach Erbrochenem und ranziger Butter, die Dämpfe reizen Augen und Atemwege. "Die ätzende Wirkung war so stark, dass die Arbeitssicherheit am Mittwoch entschieden hat, das Gebäude zu evakuieren", sagt Uni-Pressesprecher Rudolf Dreier. Reinigungsmaßnahmen wurden eingeleitet, das Gebäude für den gesamten Tag geschlossen.

Das Gebäude hat reichlich Publikumsverkehr, denn dort sind eine Reihe von Institutionen untergebracht: das Dekanat der Philosophischen Fakultät, das Dekanat der Philologischen Fakultät, der Familienservice, das Büro der Gleichstellungsbeauftragten, das Büro der Beauftragten für Chancengleichheit sowie die Gemeinsame Kommission der Philologischen, Philosophischen und Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaftlichen Fakultät (GeKo), im Sprachgebrauch von Studierenden dieser Fächer 'Prüfungsamt' genannt.



Die GeKo scheint auch das Ziel des Angriffs gewesen zu sein: zu Buttersäure und Treppengrafitti kommen drei ebenfalls mit Stencil gesprühte Schriftzüge in grüner Farbe: "Abgelehnt".

Auch zwei Tage nach dem Buttersäureanschlag dauern die Beeinträchtigungen für Mitarbeiter und Besucher des Gebäudes an. "Der Gestank ist immer noch da. Die Mitarbeiter klagen noch jetzt über Beschwerden wie Kopfschmerzen und Halsweh," sagt Rudolf Dreier. "Besonder Allergiker sind betroffen." Das Treppenhaus müsse in den kommenden drei Wochen wahrscheinlich täglich gereinigt werden, der Gestank hafte auch nach der Reinigung der Stufe an Schuhen und Kleidung der dort arbeitenden Mitarbeiter.

Die Universität hat derweil Strafanzeige gegen unbekannt erstattet. "Auch wenn man einen Grund zur Beschwerde hat, sollte man weiterhin auf Dialog setzen, und nicht die Gesundheit von Mitarbeitern gefährden", sagt Dreier.

Mehr dazu:

  [Bilder: Uni Freiburg]