Ganzkörper-Badeanzug

Burkini-Verbot im Freiburger Keidelbad bleibt bestehen

Uwe Mauch

Die Hygiene ist das Argument: Burkinis bleiben im Freiburger Keidelbad tabu. Das hat die Geschäftsleitung nun noch einmal bestätigt. Freiburgs Oberbürgermeister unterstützt das Verbot.

Das Burkini-Verbot im Freiburger Keidelbad bleibt bestehen. Das geht aus der Antwort der Geschäftsleitung auf eine Anfrage der Gemeinderatsfraktion der Unabhängigen Listen hervor. Danach sind hygienische Gründe ausschlaggebend. Oberbürgermeister Dieter Salomon unterstützt das Verbot.


Geschäftsleiter will Aufklärung statt Radikalkurs

Das Thermalbad im Mooswald wird betrieben von der "Freiburger Kommunalbauten GmbH Baugesellschaft & Co.KG" (FKB), einer Tochter der städtischen Wohnungsgesellschaft. Im Dezember hatte sie die Badeordnung geändert. Burkinis, also Schwimmanzüge, die Haare, Beine und Arme bedecken und von streng gläubigen Musliminnen getragen werden, waren tabu. Geschäftsleiter Oliver Heintz wollte keinen Radikalkurs fahren, sondern mit Aufklärung die Burkinis schrittweise aus dem Bad verbannen. Zu Beginn des Sommers beschwerte sich eine 53-jährige Muslimin über diese "Diskriminierung" und löste eine Diskussion aus. Die SPD-Fraktion sah in dem Verbot ein fatales Signal, das der Integration entgegenwirke. Und die Unabhängigen Listen verlangten eine Begründung.

Die liegt nun vor. "Aus Gründen der Badewasserhygiene haben wir das Tragen von Burkinis oder anderer Ganzkörperbekleidung im Keidel-Thermalbad untersagt", argumentiert die Geschäftsleitung. Wegen der hohen Wassertemperatur von 40 Grad seien entsprechendes Duschverhalten und entsprechende Badebekleidung "zwei elementare Hygieneparameter", die von allen Gästen eingefordert und auch kontrolliert würden, "um der Wasserqualität und somit unserer Verantwortung gerecht zu werden".

Dachverband: Wassertemperatur spielt für Hygiene keine Rolle

Bei Burkini-Trägerinnen gestalteten sich die Kontrollen schwierig. In Gesprächen habe sich herausgestellt, dass die Frauen teilweise Unterwäsche getragen und sich auch nicht abgeduscht hätten. Diese Erfahrungen hätten gezeigt, dass die Einhaltung und Einforderung der Baderegeln in diesen Fällen nicht möglich sei. "Nach reiflicher Überlegung haben wir uns im Interesse der Sicherstellung der Hygiene für alle Badbesucher/innen für ein Verbot ausgesprochen und werden auch daran festhalten." Gegenüber der BZ stärkte OB Salomon, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtbau, der Keidelbad-Geschäftsleitung den Rücken.

Sie vertritt damit eine andere Position als die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen. Ein Sprecher hatte der BZ gesagt, die Wassertemperatur spiele für die Hygiene keine Rolle. Selbst wenn jemand Unterwäsche unterm Burkini trage, sei das wegen der guten Wasseraufbereitung in deutschen Bädern kein Problem.

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