Neuzugang

Buntmarder-Mädchen Manja ist auf dem Mundenhof eingezogen

Simone Höhl

Auf dem Mundenhof herrscht schon ein wenig Manja-Manie: Nach langer Wartezeit ist das Buntmarder-Weibchen da – und schon ein Publikumsmagnet. Das Männchen kommt erst im November.

Sie haben tatsächlich gedacht, dass sie das geheim halten könnten. Aber da hat das Mundenhofteam nicht mit der Neugier der Besucher gerechnet – und mit der Neugier seines lange erwarteten Buntmarder-Weibchens. Und so wurde Manja am Donnerstag jetzt auch offiziell präsentiert, obwohl sie noch hinter den Kulissen gehalten wird: Sie darf erst ins Freigehege, wenn auch das Marder-Männchen im November aus Jerusalem da ist, sonst hat das Paar gleich den ersten Beziehungsstress. So aber dürfte es zum neuen Publikumsliebling werden.


Mardermädchen Manja schleicht aus dem Gehege-Dschungel, beäugt den Karton, den Tierpflegerin Alina Wellmann ihr gebracht hat, stellt sich auf die Hinterfüße, schnappt sich ein totes Küken vom Karton und hüpft ins Dickicht. "Wie süß", flüstert jemand. Und schon springt das kleine Raubtier wieder raus, inspiziert die Box und zieht mit einem Stück Papaya ab. Begleitet wird sie vom Dauerklicken der Kameras beim Pressetermin.

Vier Jahre Vorfreude auf den Einzug der Buntmarder

Seit vier Jahren wartet der Mundenhof auf sein erstes Buntmarderpärchen. Der alte Beton-Bärengraben ist schon geraume Zeit modernisiert. "Das Bärengehege war unser großes Problem", sagte Bernhard Utz, früher Gartenamtschef und nun Ehrenmitglied des Mundenhof-Fördervereins. Utz hatte einst ein Konzept entwickelt, nach dem das städtische Gehege kleinere Tiere und Haustiere aus aller Welt aufnahm und die Anlagen verbesserte. Doch solange die betagten Bärenbrüder Joschi und Janosch lebten, wurde ihr Graben nicht umgekrempelt. 2015 starb der letzte Bär und das Gehege wurde artgerechter für die Marder umgebaut – Beton weggespitzt, geplant, Leitungen und Abwasser verlegt. 400 000 Euro steckte der Mundenhof hinein – die Hälfte sponserte die Fördergemeinschaft, wofür Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik der Vorsitzenden Ulrike Hiltmann dankte.

"Das Tier wird gesehen und will auch gesehen werden." Matthias Hiltmann, Tiergehegechef
Doch die sibirischen Buntmarder kamen nicht. Der Mundenhof habe sich gleich auf die Warteliste für Zoozucht setzen lassen, erklärte Hiltmanns Mann Matthias, der das Gehege leitet. "Wir mussten Rechenschaft im Umweltausschuss ablegen, warum es nicht vorangeht", so Stuchlik. Aber sie hatten keinen Einfluss auf die Geburten. Dann, vergangene Woche, konnten Matthias Hiltmann und Alina Wellmann das Marder-Weibchen im Tierpark Berlin abholen. Manja ist ein halbes Jahr alt. Sie zog ins Ausweichgehege ein, vor dem sich bald Menschentrauben bildeten: "Das Tier wird gesehen und will auch gesehen werden", so Hiltmann. Das war’s mit der Geheimhaltung. Zur Eingewöhnung hängt nun ein Tuch am Zaun.

Im November soll Manjas Partner einziehen

Die Präsentation für die Presse war eine Vorpremiere, denn Manja darf noch nicht hinaus ins Gehege, damit sie es nicht für sich allein beansprucht, wenn das Männchen aus Jerusalem kommt. "Hochkomplex die Einreisemodalitäten", sagte Gerda Stuchlik. Die Neuzugänge seien mit mehr Formalitäten verbunden als Wechsel von Fußballern. "Aber ich bin überzeugt, dass sie bald die neuen Stars auf dem Mundenhof sein werden." Wohl im November soll das Marderpärchen keine Fernbeziehung mehr führen.

Das Außengehege ist bereit für die geselligen und tagaktiven Tiere, die aus Ostasien stammen und gerne schwimmen. Sie haben einen Teich mit Seerosen und Lotus, können sich in Gräsern und Ingwer verstecken, aber es gibt nicht zu viele hohe Pflanzen, damit die Besucher auch was sehen können, erklärte Mundenhof-Gärtner Lukas Flückiger die Auswahl von Kaschmir-Dolde, Bartblume und Steinglocke. "Gleichzeitig darf nichts giftig sein, die sind neugierig und knabbern alles an." Vor dem Zaun wird noch gebaut. Da begucken die Pfauen schon mal den neuen Eingang zur "exotischen Mitte".

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