Bücher und mehr: Tauschregale in Freiburg

Martin Honecker

Sie verstecken sich in Studentenwohnheimen, Pfarrhäusern und Wohnanlagen: Regale, aus denen man einfach Bücher nehmen darf - und in die man auch wieder welche hineinstellen kann. Und nicht nur das: Manchen Regale enthalten auch Kleider und Geschirr! Wir sagen euch, wo ihr sie findet:



Öffentlicher Bücherschrank in Freiburg-Günterstal

 




Umsonstregal im KuCa der PH Freiburg



Wer hat's aufgestellt und wann?

Das Ökoreferat des UStA der PH Freiburg.

Wer darf mitmachen?

Jeder.

Was wird verschenkt?
Alles mögliche. Neben Büchern gibt's hier beispielsweise auch Kleidung, Gläser und eine Herdplatte. 

Tauschprinzip:
Hier ist alles umsonst. Rechts neben dem Umsonstregal gibt es außerdem ein Leihregal, in dem sich PH-Studenten beispielsweise Schulfibeln ausleihen können. 

Besonderheiten:
Das KuCa ist vom Abriss bedroht. Nach Angaben aus dem PH-AStA-Sekretariat gibt es ab Februar wieder eine Gruppe, die sich um das Regal kümmert.

Wo genau?
Kunzenweg 21, Freiburg-Littenweiler - ganz in der Nähe des Bahnhofs Littenweiler (Google Maps).

Öffnungszeiten:
Montags bis freitags, 9 bis 20 Uhr (bei Abendveranstaltungen länger).

Öffentliches Bücherregal im Pfarrhaus St. Albert



Wer hat's aufgestellt und wann?

Entstanden ist die Idee in einer Arbeitsgruppe der Pfarrei, die sich damit beschäftigte, wie man die Räume des Pfarrhauses am besten nutzen könnte. Aufgestellt hat das Regal Wolfgang Küchler im September 2012. Seit über 25 Jahren betreut er auf dem Flohmarkt der Pfarrei die Bücher. Und nun also auch das offene Bücherregal.

Wer darf mitmachen?

Jeder, der Interesse an Büchern hat.

Was wird getauscht/verschenkt?

Bücher, ohne Einschränkung. Die Bücher sollten in gutem Zustand und von allgemeinem Interesse sein. „Fachbücher sind nicht so sinnvoll“, sagt Wolfgang Küchler.

Tauschprinzip:
„Da ist jeder vollkommen frei“, sagt Küchler. Man darf sich auch nur etwas rausnehmen. „Aus Erfahrung kann ich aber sagen, dass mehr gebracht als herausgenommen wird.“ Die Bücher, die zu viel sind, nimmt Küchler dann aus dem Schrank und bietet sie auf dem Adventsbasar an.

Wo genau?
Sundgauallee 9, Freiburg-Betzenhausen (Google Maps). Die Kirche St. Albert liegt schräg gegenüber der StuSie. Von der Sundgauallee aus gesehen ist das Pfarrbüro hinter der Kirche. Das Regal steht im Flur des Pfarrhauses und ist durch die Fensterscheiben von außen gut zu sehen.

Öffnungszeiten:
Während der Öffnungszeiten des Pfarrbüros darf dort jeder klingeln, der an das offene Bücherregal möchte. Die Öffnungszeiten sind montags, mittwochs und freitags von 9:30 bis 12 Uhr und dienstags und donnerstags ab dem 1. Februar 16 bis 18 Uhr (bis zum 1. Februar 14 bis 16 Uhr). Außerdem ist jeden Dienstag von 14:30 bis 17 Uhr das „Café und mehr“ - währenddessen steht die Eingangstür zum Pfarrbüro offen.

"Gib zwei, nimm eins"-Bücherregal in der StuSie Lounge



Wer hat's aufgestellt und wann?
Wer das Regal Mitte 2010 aufgestellt hat, ist nicht mehr ganz klar.

Wer darf mitmachen?

Studenten.

Was wird getauscht?
Bücher.

Tauschprinzip:
Gib zwei, nimm eins. Es geht aber auch gib eins, nimm eins.

Wo genau?
Sundgauallee 36, Freiburg-Betzenhausen (Google Maps). Das Regal steht im Gemeinschaftshaus der Studentensiedlung in der StuSie Lounge (Erdgeschoss).

Öffnungszeiten:
Täglich außer mittwochs und samstags ab 20 Uhr bis circa 24 Uhr.

Öffentliches Bücherregal im Mehrgenerationenhaus EBW in Freiburg-Weingarten



Wer hat's aufgestellt und wann?

Aufgestellt hat die beiden Regale Verena Hoffmann im Juli 2011.

Wer darf mitmachen?

Jeder.

Was wird getauscht/verschenkt?
Bücher. „Am besten gehen natürlich Krimis“, sagt Initiatorin Hoffmann.

Tauschprinzip:
In den Regeln, die neben den Regalen hängen, steht: „Jeder kann Bücher mitnehmen, wiederbringen oder auch nicht.“ Mehr als drei Bücher solle man sich aber nicht mitnehmen, und nie das letzte Buch. Man sollte aber auch keine Bücherkisten davor stellen. „Vermehren wollen wir die Bücher auch nicht. Wir haben ja nur die zwei Regale“, so Hoffmann. Bücher, die länger als ein Jahr im Regal gestanden hätten, würden aussortiert.

Wo genau?
Sulzburgerstraße 18, Freiburg-Weingarten (Google Maps). Im Eingangsbereich des Mehrgenerationenhauses EBW (Erwachsenenbegegnungsstätte Weingarten). Vor dem Aufzug stehen links und rechts zwei Bücherregale.

Öffnungszeiten:
Das Mehrgenerationenhaus EBW ist montags bis freitags von 8 bis 22:30 Uhr geöffnet.

Kleehäuser Bücherschrank



Wer hat's aufgestellt und wann?
Hartmut Wagner, ein Bewohner des Hauses, im April 2011. Er will damit soziale Nachbarschaft und das Lesen stärken.

Wer darf mitmachen?
Anfangs sei das Bücherregal vor allem für die Nachbarschaft als halböffentlicher Bücherschrank gedacht gewesen, so Wagner. „Mittlerweile hat sich das aber schon im ganzen Vauban eingebürgert.“ Nur eine Einschränkung kennt er: „Wenn man kommt, sollte man nicht in allzu großen Gruppen sein.“

Was wird getauscht/verschenkt?
Getauscht werden hier Bücher (bisher in den Kategorien „Bücher für Erwachsene“, „Kinder und Jugendliche“ und „englisch/französisch“) und Spiele. Wichtig ist Wagner die Vitalität seines Projekts. Die Spiele werden vor allem von den Kindern in der Nachbarschaft genutzt und danach wieder zurückgebracht. „Neuerdings hat auch jemand eine ganze Reihe Pappschuber mit einer Ökozeitschrift ins Regal gestellt“, sagt er. Zensiert werden die Bücher im Schrank zwar nicht. „Ich kümmere mich aber darum, dass da keine radikale Literatur reinkommt“, so Wagner.

Tauschprinzip:
„Ursprünglich war das Prinzip: Eins rein, eins raus“, sagt Wagner. Man könne sich allerdings auch mal eines nur mitnehmen.

Wo genau?
Paul-Klee-Straße 8, auf der Nordseite, Freiburg-Vauban (Google Maps). Von der Straße aus sieht man das Regal nicht. Man muss bis zu den Klingeln und Briefkästen vorgehen, um es sehen zu können.

Öffnungszeiten:
Das Kleehäuser Bücherregal ist rund um die Uhr zugänglich.

Umsonstladen im Händelwohnheim



Wer hat's aufgestellt und wann?
Zwei Bewohner des Händelwohnheims, Anfang 2012.

Wer darf mitmachen?
Bisher beteiligen sich vor allem die Bewohner des Händelwohnheims und deren Freunde. „Eigentlich ist es aber offen für alle“, sagen die beiden Gründer.

Was wird verschenkt?
Neben Büchern (bisher eingeteilt in die Kategorien Ratgeber, Wissensecke und fremdsprachig) gibt es hier alles mögliche. Neben Kleidung und Haushaltswaren auch ein Snowboard, Skistöcke und eine Shisha.

Tauschprinzip:
Jeder darf so viel mitnehmen, wie er möchte. Angenommen werden allerdings keine Möbel und größere Elektrogeräte.

Wo genau?
Händelstraße 20, Freiburg (Google Maps). Um zum Umsonstladen zu kommen, muss man auf der Rückseite des Gebäudes zum Aufgang F gehen (Schilder hängen über den Eingangstüren). Von da aus in den Keller und nach rechts.

Öffnungszeiten:
Donnerstags 19 bis 21 Uhr.

Umsonstladen in der KTS



Wer hat ihn eröffnet und wann?
Wer den Umsonstladen in der KTS wann eröffnet hat, weiß man nicht mehr.

Wer darf mitmachen?
Jeder.

Was wird verschenkt?

Alles außer Lebensmittel. Bücher gibt es natürlich auch.

Tauschprinzip:
Hier darf man alles mitnehmen, was man möchte.

Besonderheiten:
Der Umsonstladen in der Gartenstraße 19 (Google Maps) ist sozusagen eine Filiale des U-Ladens in der KTS, der aber vorläufig geschlossen ist. Voraussichtliche Neueröffnung: spätestens April 2013.

Wo genau?
Basler Straße 103, Freiburg (Google Maps). Zwischen den beiden Eisenbahnbrücken über der Basler Straße führt eine Treppe hoch. Wenn man die geschafft hat, einfach gerade aus. Der Umsonstladen ist im ersten Stock der KTS auf der rechten Seite.

Öffnungszeiten:
Donnerstags, 18  Uhr bis 20 Uhr. Sonst auf gut Glück.

Gib-und-nimm-Ecke in der KHG Freiburg



Wer hat sie eingerichtet und wann?
Die Vorgängerin des heutigen KHG-Sozialreferenten Markus Seeger. Jetzt ist er für die Ecke zuständig.

Wer darf mitmachen?
Jeder.

Was wird getauscht?
Alles. Im Moment stehen hauptsächlich Bücher im Regal.

Tauschprinzip:
Geben und nehmen.

Besonderheiten:
Inspiriert wurde die Gib-und-nimm-Ecke in der KHG durch die Psychologin und Soziologin  Heidemarie Schwermer, die sich 1996 dazu entschlossen hat, ohne Geld zu leben. Dafür hat sie ihre Wohnung samt Möbeln aufgegeben und ertauscht sich, was sie zum Leben braucht über den von ihr gegründeten Tauschring der Gib-und-nimm-Zentrale in Dortmund. Auch ein Buch hat sie über ihre Lebensweise geschrieben: „Das Sterntalerexperiment“. Es steht im Regal der Gib-und-nimm-Ecke.

Wo genau?

Lorettostraße 24, Freiburg (Google Maps). Das Haus liegt von der Straße aus etwas nach hinten versetzt. Wenn man zur Tür rein kommt, geht’s nach rechts. Die Gib-und-nimm-Ecke ist in der Bar im Keller. Während den Öffnungszeiten des KHG-Sekretariates muss man vorher dort erst nachfragen. Dann wird einem aufgeschlossen. Das Sekretariat ist im Erdgeschoss.

Öffnungszeiten:
Immer mittwochs zum Gemeindeabend ab 18:30 Uhr bis open end. Ansonsten während der Öffnungszeiten des Sekretariats. Die sind montags bis donnerstags von 8 Uhr bis 12:30 Uhr und von 13:30 Uhr bis 16:30 Uhr. Freitags gilt das gleiche, nachmittags geht’s allerdings nur bis 15 Uhr.

Außerhalb von Freiburg:

Givebox im Bahnhof Kirchzarten



Wer darf mitmachen?

Jeder.

Was wird getauscht/verschenkt?
Bücher.

Tauschprinzip:
„Jeder kann nehmen. Jeder kann geben“, so die Regel neben dem Bücherschrank. Ob man also tauscht oder einfach was mitnimmt, ist einem freigestellt.

Wo genau?
Bahnhofstraße 25, Kirchzarten (Google Maps). Die Givebox befindet sich im beheizten Wartesaal des Bahnhofs Kirchzarten.


Telefonzellen-Bücherei Denzlingen