Buchhandlung am Schwarzen Kloster schließt

Martin Jost

Seit sie 1996 unter dem Namen "U.F.O." öffnete, war die Buchhandlung am Schwarzen Kloster zentraler Anlaufpunkt für Fans von Science-Fiction und Fantasy. Der Freiburger Markt ist für die Fachbuchhandlung aber nicht groß genug. Im September schließt sie für immer. Grund: Unrentabilität.



Am 30. September endet der Mietvertrag, spätestens am 28. ist letzter Verkaufstag. „Oder wenn ich alle Bücher los bin“, sagt Inhaber Matse Maier, der vor fünfeinhalb Jahren das Science-Fiction- und Fantasy-Geschäft „U.F.O.“ von seinem Arbeitgeber übernahm und in eine reine Fachbuchhandlung für Krimis, Phantastik und Mangas verwandelte.


Anfang September hat der Räumungsverkauf begonnen. Titel, die nicht remittiert werden können – darunter viele englischsprachige Bücher –, werden zu reduzierten Preisen angeboten. Das 8.000 Titel umfassende Krimi- und Phantastik-Antiquariat im Keller übernimmt ein Genre-Literatur-Händler aus Hannover.

In letzter Zeit seien die Umsätze so stark rückgängig, dass sich das Geschäft nicht mehr rechnete, sagt Maier. Grund seien ein verändertes Konsumverhalten – ein erheblicher Teil der Leser kauft Bücher online – und die zurück gehende Kaufkraft der Menschen.



Maier selbst ist Science-Fiction- und Phantastik-Experte. In der Buchhandlung beschäftigte er zuletzt Robert Schekulin, der die Krimi-Abteilung betreute und Aileen Krieg, die ihre Ausbildung zur Buchhändlerin am Schwarzen Kloster absolvierte.


[v.l.n.r.: Robert Schekulin, Aileen Krieg, Matthias „Matse“ Maier]

Matse Maier zeigt keine Bitterkeit, wenn er an die Zeit mit seiner Buchhandlung zurück denkt. „Es ist mir gelungen, mein Hobby für einige Jahre zum Beruf zu machen.“ Die Gespräche mit Kunden über sein Lieblingsthema Science-Fiction haben ihm am meisten gefallen. „Da kommen ja richtige Experten vorbei.“ Er selbst zeigt nicht wenig Leidenschaft für das Gebiet: Während eines Exkurses über Steampunk geht ihm im Gespräch ein paar Mal die Zigarette aus.

Beruflich würde er gern im Phantastik-Bereich bleiben. „Ich kann mir vorstellen zu übersetzen oder zu lektorieren. Es gibt wenige Leute, die sich da so gut auskennen wie ich.“

Aus dem Laden in der versteckten Passage zwischen Rathausgasse und Bertoldstraße wird nach September wahrscheinlich ein Modegeschäft.

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