Bubble Tea: Der Tee mit den bunten Kügelchen

Franziska Kiedaisch

Ein asiatisches Getränk ist gerade dabei, die Freiburger Gaumen zu erobern: der Bubble Tea. In Asien und den USA ist er bereits Trend. In Freiburg bietet jetzt auch das Mylicious im Untergeschoss der Schwarzwald City den Erfrischungstee an. Was ein Bubble Tea überhaupt ist und warum er gute Chancen hat, zum Sommergetränk 2011 zu avancieren:



Der klassische Bubble Tea besteht aus mehreren Komponenten: Schwarz-, oder Grüntee, Milch oder Milchpulver, Eiswürfel und Tapioka-Perlen. Tapioka ist eine Speisestärke, die in der asiatischen Küche vielfältige Verwendung findet und aus der Maniok-Wurzel gewonnen wird. Für die Tapioka-Perlen im Bubble Tea wird die geschmacksneutrale Substanz mit Sirup (dieser verleiht den Kügelchen ihre Farbe) vermengt, anschließend geformt und für etwa eine halbe Stunde gekocht.


Heraus kommen dabei gelatine-artige, süßlich schmeckende Perlen, die mit dem Gemisch aus Tee und Milch übergossen werden. Im Anschluss können verschiedene Aromen hinzugefügt werden, wie beispielsweise Cookie- oder Haselnussgeschmack – ähnlich den Variationsmöglichkeiten bei großen Kaffeeketten.

Eine andere Kügelchen-Variante besteht in Form von Fruchtsaftperlen, den sogenannten Boba. Dabei wird der Fruchtsaft mit Tapioka vermischt und anschließend mithilfe einer Pipette in ein Gemisch aus Wasser und Calciumchlorid getropft. Dabei bildet sich eine elastische Hülle um den Fruchtsaftkern - der molekularen Küche sei Dank. Denn: Die Kügelchen zerplatzen beim Draufbeißen, was dem Geschmackserlebnis einen gewissen Unterhaltungscharakter verleiht.



Die Fruchtsaftperlen werden im Mylicious in den Geschmacksrichtungen Lychee und Mango zu Tee oder Kokosmilch mit Fruchtaromen kombiniert. Noch stellt Mey Vo, die Inhaberin, die Kügelchen nicht selbst her. Aber: „Wenn die Kunden weiterhin so viel Interesse an den Bubble Teas haben, will ich unbedingt meine eigenen Perlen-Kreationen herstellen“, sagt sie.

Auf die Idee, Bubble Tea in Freiburg anzubieten, kam sie, weil im Sommer die eigentliche Spezialität des Restaurants – heiße Suppen – nur selten gekauft wurden. Mey Vo suchte also nach einer Alternative, womit der Gastronomin ein echter Clou gelungen zu sein scheint: „In einer Woche konnte ich den Bubble Tea sogar nicht anbieten, weil mir aufgrund der Nachfrage die Zutaten ausgegangen sind“, sagt sie. Anfangs seien die Kunden zwar meist skeptisch gegenüber den Kügelchen in ihrem Tee; doch sobald ausgeschlossen sei, dass es sich dabei um chemische Stoffe handele und der erste Schluck getrunken sei, würden viele von ihnen zu wahren Bubble Tea-Fans.



Und ein solch erfrischendes und leckeres Getränk konkurriert tatsächlich mit Milchshakes, Chai Latte und Co und könnte das Zeug dazu haben, sich in die Liste der Trend-Getränke einzureihen. „Es ist für mich erstaunlich, dass das Getränk erst jetzt nach Deutschland kommt, denn eigentlich könnte die Idee auch aus Europa oder Amerika stammen“, sagt Mey Vo. In Wahrheit kommt der Bubble Tea aber aus Taiwan, wo er vor ungefähr 25 Jahren erfunden wurde, indem man dem weit verbreiteten Schaumtee die Tapioka-Perlen zusetzte.

Diese wurden ursprünglich als Dessert serviert und sollten wahrscheinlich Kindern das Getränk schmackhaft machen. Der Name Bubble Tea leitet sich somit nicht von den Blasen-ähnlichen Kügelchen oder der Kaugummi-artigen Konsistenz der Tapioka-Perlen ab, sondern geht auf die Art der Zubereitung des Schaumtees zurück. Dabei werden verschiedene Zutaten vermittels eines Shakers gemischt und dadurch aufgeschäumt.

Der Bubble Tea kann übrigens auch warm serviert werden, sodass es nicht unbedingt beim Sommertrend bleiben muss.