Bringen Vorsätze überhaupt was?

Betül Yaman

Georg aus Emmendingen schreibt: "Hallo Betül. Findest du eigentlich, dass Vorsätze fürs neue Jahr was bringen? Bei mir hat das irgendwie noch nie hingehauen. Das Rauchen habe ich gerade mal für zwei Monate sein gelassen, bei den anderen Vorsätzen sieht die Bilanz ähnlich schlecht aus. Haben diese guten Jahrespläne überhaupt Sinn?



Hallo Georg. Der erste Ratschlag, der mir zu deiner Frage einfällt: Überfordere dich nicht mit zu hohen Ansprüchen! Nichts ist niederschmetternder, als eine persönliche Niederlage, die man sich nach kürzester Zeit eingestehen muss. Versuche, dir dein Ziel für 2007 möglichst realistisch zu stecken. Vielleicht lässt es sich ja auch in Etappen erreichen.


Auf der Ebene der Umgangsformen gibt es übrigens einige Vorsätze, die gut umsetzbar sind und auf wunderbare Weise Belohnung finden, nämlich in Dankbarkeit, Wertschätzung und einem Lächeln. Das mag jetzt schnulzig klingen. Aber denke vielleicht mal eine Woche zurück: Vorweihnachtlicher Stress, Geschenksuche; du wurdest von vielen Menschen angerempelt, angestoßen und griesgrämig bis genervt angeschaut. So etwas ist leider ansteckend.

Innerhalb kurzer Zeit warst du genauso genervt von dem ganzen Trubel und hast zurückgeblafft. Volker Finke würde sowas eine "Negativspirale" nennen. Die kann man mit einem leichten Benimm-Sixpack zerbrechen:

1. Rücksichtsvolles Verhalten gegenüber meinen Mitmenschen, egal, ob ich sie kenne oder nicht.

2. „Bitte“, „Danke“ und „Entschuldigung“ kommen gut an.

3. Pünktlichkeit, geschäftlich und privat.

4. Zivilcourage zeigen.

5. Für ältere Menschen Platz machen.

6. Ausreden lassen, zuhören.

Miesepeter, die deine kleinen Wertschätzungen nicht honorieren, sollten dich nicht entmutigen, sondern motivieren. Die schweren Lächler geben doppelt viele Punkte in deiner Sammlung. 2007 wird dein Jahr!

Alles Liebe, Deine Betül



P.S.: Hier noch die zehn besten Vorsätze für 2007 aus der fudder-Redaktion:

1. Die Walthari-Punker bei der Jungen Union anmelden.

2. Volker Finke auf einen Tröstiburger einladen (bei einem Fast Food Restaurant seiner Wahl, auch Nordsee).

3. Die Funpark-Türsteher für ihre geschliffene Rhetorik loben.

4. Die unter der Kronenbrücke liegenden Junkiespritzen mit Bionade füllen (Holunder).

5. Der Jugend von Weingarten ein paar Duden ("Die deutsche Rechtschreibung") spendieren.



6. Bierflaschen nicht mehr nur mit den Zähnen öffnen.

7. Nicht mehr aus Spaß die 110 wählen (auch nicht während des Merdingenurlaubs!)

8. Den VAG-Schienenschleifwagen nicht mehr mit faulen Eiern bewerfen.

9. Nach unten buckeln, nach oben treten.

10. Streitschlichter sein zwischen autonomen Demonstranten und Polizei.