Brief an einen funkenden Stern

Dirk Philippi

Die Sterne haben den Funk zurück - und wie! Gestern Abend spielten sie jene musikalischen Sternbilder ins ZMF-Spiegelzelt, die einst die Hamburger Schule begründeten und die noch immer so viele Menschen glücklich machen. Unter ihnen Dirk, der für fudder mit Caro (Fotos) auf Sternschnuppenfang war, und nun im Dank Sänger Frank Spilker seine Worte zurückgibt.



Danke Frank Spilker.

Das Weltall war zu weit und der Rest schon verteilt. Ich hing fest und ich hing hart - damals. Man hatte mich für Dinge eingespannt, die ich schon im Ansatz nicht verstand. Ich sah in den Spiegel und Du sangst mit meinen Worten: “Was hat Dich bloß so ruiniert?”


Zehn Jahre sind seitdem vergangen und ich muss Dir gestehen, dass ich Dich vermisst habe. Wir hatten Sex in den Trümmern und haben gemeinsam das System gefickt. Wir haben Themenläden aufgesucht und dabei dennoch grundsätzlich nie das Haus verlassen. Du Spilker hast mir Trrrmer von Worten hingeworfen, die mich erst zu dir und so dann zurück in die Welt brachten. Heute gebe ich Dir Deine Worte zurück.

Wir haben uns nicht mit Idiotensport aufgehalten, denn zum Totschlagen waren wir zu schön. Bernadette Hengst kommt mir in den Sinn und Franzi und Crack. Zusammen waren wir reines Dynamit ? Gedankendynamit! Wir waren Big in Berlin und erkannten, dass es echt sein möchte, das Leben.

Auch wenn wir manches nicht verstanden, weil die Welt so bescheuert ist und uns St.Pauli auf den Geist fiel, die Irrlichter wurden weniger und schließlich hingen wir gemeinsam hart wie Schnorrvögel jenseits von Eden.

Erst viel später dann habe ich gemerkt, dass wahr ist, was wahr ist, dass das, was war, nicht mehr da ist. Ich habe weiter gekotzt, weiter geschlafen, weiter gegessen, weiter gebuddelt ? weiter. Manchmal sagte ich vertraute Sachen vor mich hin, aber eigentlich wollte ich - ich geb es zu - nichts mehr von Dir hören.

Aber andererseits hat auch das nun alles sein Gutes. Wenn ich realistisch bin: Es gibt nichts Spannenderes als Dich heute wieder zu hören, denn von allen Gedanken, schätz ich doch am meisten Deine, die interessanten! Deine Ideen sind noch immer genital, mein kleiner Grashalm, und wenn wir durch deine Worte weiter reisen, dann sind wir wieder dort, wo wir früher waren: am Pol der Macht.

Ich sag Danke, Spilker, aber da draußen gibt es so viel Böses, das muss ich Dir nicht erklären, und deshalb immer weiter, denn egal wie viel Päpste sterben - es ist noch nicht vollbracht!

Dirk.

P.S.: Komm, hier noch einen auf die Herrschenden und einen auf den Status Quo, die Zeit vergeht, während Du anfängst zu verstehen. Sie vergeht nicht irgendwo, sondern auf deiner Haut, in Käfighuhnherzen, und wenn Du Pech hast eben unter Schmerzen.



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