Breisgau-Brands: Glückspilze

Sara-Lena Möllenkamp

Es gibt sie aus fester Baumwolle oder feinem Kashmir, mit buntem Echtfell-Bobbel oder persönlichen Initialien. Nur zwei Dinge haben die Strickwaren alle gemeinsam: einen kleinen Fliegenpilz als Markenzeichen. Und: Filippa Schlotfeldt. Sie strickt auf Bestellung Mützen, Schals und alles andere, was ihren Kunden so einfällt.

„An Heilig Abend hatte ich Krämpfe in den Händen, weil ich so viele Aufträge hatte und ich auf die letzte Minute noch eine Mütze fertig gestrickt habe, die ein Geschenk sein sollte“, erzählt Filippa. Seit dem vergangenen Jahr ist das Mützen-Stricken für sie nicht mehr nur Hobby, sondern auch Geschäft.


Auf ihrer Website kann man aus verschiedenen Mützen-Modellen wählen, Farben und Bommel aussuchen. Da die Bommel mit einem Druckknopf an der Mütze festgemacht werden, kann man hier auch jeden Tag zu Hause je nach Lust und Laune kombinieren. Oder auch per E-Mail ganz neue Kreationen mit Filippa entwerfen.

So wird man dann auch Namensgeber für ein neu-entstandenes Mützen-Modell. „Sie sind alle bunt, warm und auffallend“, beschreibt die Wahl-Freiburgerin ihre bisherigen Kreationen. Das günstigste Modell aus grober Wolle, benannt nach ihrer Schwester Töni, liegt bei 40 Euro. Für 120 Euro bekommt man dann auch luxuriöse Kashmir-Wolle mit Echtfell-Bommel.

Von der Bestellung bis zur Lieferung vergehen ungefähr zwei Wochen, je nachdem, wie ausgefallen die Bestellung ist und ob Material erst noch eingekauft werden muss. Auch ganz ausgefallene Strickdinge kann man bei Filippa bestellen: Für ihren Vater strickte sie eine Schutzhülle für dessen externe Festplatte. Gerade sitzt sie - passend zum Frühling - an zwei Babydecken und Babyschuhen.


Stricken gelernt hat die 21-Jährige von ihrer Oma. Filippa erinnert sich noch gut an die ersten, schwierigen Strickversuche, ihre erste Mütze hat sie immer wieder aufgetrennt und neu angefangen – irgendwann wurde der blaue Erstversuch dann doch noch fertig. Und Filippa hat ihren ersten Glückspilz heute noch bei sich. „Während der Schulzeit haben mich meine Freundinnen oft belächelt, wenn ich mit den Stricknadeln da saß – heute ist es Trend.“

Bei einem Besuch bei ihrer Tante, einer Werbefachfrau, entstand dann die Idee, das Hobby zum Geschäft zu machen. In einer Buchhandlung fand Filippa ein Webband, auf dem ein Glückspilz zu sehen ist. „Das ist ein positives Motiv – und man kann so einen Pilz theoretisch auch anziehen, ihm einen Schal umbinden und eine Mütze aufsetzen.“

Filippa richtete eine Website und Facebook-Seite ein, machte mit Freundinnen Fotoshootings und dikutierte mit ihrer Tante über neue Modelle und Entwürfe. So wuchs das Label nach und nach. Eigentlich ist die brünette Mützendesignerin mitten in der Ausbildung zur Physiotherapeutin, spielt in der Freiburger Hockeymannschaft und reitet für ihr Leben gern. Die Glückspilze sind Hobby und ein wachsendes zweites Standbein.

„Das Stricken entspannt mich total. Und Spaß macht nicht nur das Stricken an sich, sondern vor allem das designen. Und die Kundenreaktionen sind eine tolle Sache – es ist schön, wenn die Leute sich über ihre Mützen freuen.“ Trotzdem möchte sie ihre Ausbildung abschließen und danach Medizin studieren: „Vielleicht sitze ich in zehn Jahren ja mit den Stricknadeln in der Pause in der Cafeteria einer Klinik – wer weiß.“



Mehr dazu:


Was es ist:
Glückspilze
Wer dahinter steckt: Filippa Schlotfeldt
Wo zu kaufen: auf der Glückspilze-Website
Preis: ab 40 Euro