Boykott-Stichtag: "Nochmal kräftig die Werbetrommel rühren"

Julia Bauer & Katharina Wenzelis

Es sind noch drei Tage bis zum Stichtag für den Gebühren-Boykott an der Uni. Um das erste Quorum zu erreichen, müssen 2300 Studenten bis Freitag ihre Studiengebühren auf das Boykottkonto überweisen. Katharina und Julia haben bei U-Asta-Vorstandsmitlied & Gebührenfrei-Vertreter Jannis Seyfried, 22, nachgefragt, was die Aktivisten in den kommenden Tagen planen, damit der Boykott an der Uni dieses Mal klappt, und was passiert, wenn das nicht der Fall sein sollte.

Welche Gebührenfrei-Aktionen stehen in diesen letzten Tagen noch an, Jannis?


Wir rühren diese Woche noch einmal kräftig die Werbetrommel, um möglichst viele Leute davon zu überzeugen, die Gebühren auf das Treuhandkonto zu überweisen.

Wir haben diese Woche schon eine Gebührenfreizeit-Aktion im Institutsviertel gestartet. Dort haben wir nach dem Motto "kostenlose Bildung" Bücher verschenkt und Waffeln gebacken. Die Aktion ist gut angekommen und wir konnten sicherlich nochmal einige Leute vom Boykott überzeugen. Ansonsten verteilen wir über die Fachschaften weitere Informationen und hängen unsere Fahnen auf, die Mathefakultät ist aufgrund der Boykott-Plakate komplett gelb.

Des Weiteren verteilen wir "Jetzt boykottieren" Plakate, denn heute ist die letzte Möglichkeit, das Geld auf das Treuhandkonto zu überweisen, damit die Stimme noch zum ersten Quorum gezählt werden kann.

An der PH wurde das Quorum vergangene Woche knapp verfehlt, glaubt ihr, dass das Quorum an der Uni geknackt wird?

Es ist sehr schwer das einzuschätzen, denn eigentlich findet die Endauszählung des Quorums erst im März statt. Bis dann müssen es 4000 Stimmen sein. Es wäre wirklich schade, wenn wir das erste Quorum verfehlen würden, denn dann würde sicherlich einen Menge an Motivation verloren gehen. Auch für die Boykottierenden der KFH wäre das ein großer Rückschlag, denn sie könnten den Boykott kaum alleine durchziehen.

Wir versuchen jetzt auch nochmal verstärkt, Studenten zum Boykott zu bewegen, die Dank der Geschwisterregelung von den Studiengebühren befreit worden sind. Aus Solidarität, um die Kommilitonen zu unterstützen.

Wie soll es nach der Auszählung am Freitag weitergehen?

Falls wir das Quorum verfehlen, werden wir auf keinen Fall direkt das Rektorat besetzten, wie es an der PH vergangene Woche der Fall war. Die Kampagne wird im kommenden Semester aber auf jeden Fall weiterlaufen, unabhängig vom Ergebnis des Boykotts. Wir werden weiterhin das Thema in die Öffentlichkeit tragen. Dennoch wäre ein Scheitern des Quorums sehr schlecht für uns, da der Boykott ein großes Druckmittel darstellt.

Wenn wir das Quorum erreichen, können wir direkt mit dem Land und dem Rektorat in Verhandlung treten. Je nachdem, wie die Gespräche verlaufen, werden weitere Protestaktionen folgen, denn bisher war die Uni nicht sehr kooperativ. Natürlich wartet auch die Leitung der Uni erstmal das Ergebnis des ersten Quorums ab.

Die Gebührenfrei-Kampagne Freiburg wird sich wahrscheinlich auch am bundesweiten Bildungsstreik 2009 beteiligen. Aber jetzt müssen wir erstmal abwarten, was Freitag passiert.



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