Boykott an der Uni gescheitert

Christian Deker

Heute um 20 Uhr lief die Zahlungsfrist für alle Studenten ab, die sich am Boykott der Studiengebühren beteiligen wollten. Zu diesem Zeitpunkt waren genau 2204 Zahlungen auf dem Treuhandkonto eingegangen. Damit ist der Gebühren-Boykott auch an der Uni Freiburg gescheitert, das vom u-asta selbst gesetzte Quorum von 5500 wurde deutlich verfehlt.

Die auf das Treuhandkonto eingegangenen Überweisungen werden nun an die Universitätskasse weitergeleitet, so dass alle Studenten, die sich am Boykott beteiligt haben, ordnungsgemäß und rechtzeitig zurückgemeldet sind.


Was landesweit aus dem Boykott der Gebühren wird, ist ungewiss. In Karlsruhe haben immerhin drei Hochschulen das Quorum erreicht, an zwei Hochschulen läuft die Rückmeldefrist noch.

Nach dem Willen des u-asta soll trotz des gescheiterten Boykotts der Protest gegen Studiengebühren weitergehen. „Auch wenn natürlich eine gewisse Enttäuschung dabei ist, dass wir in Freiburg das Quorum nicht erreicht haben, sind wir zuversichtlich, auf anderem Wege gegen ein ungerechtes und für das gesamte Bildungssystem schädliche Gesetz Erfolg zu haben“, sagte Benjamin Greschbach vom u-asta. 

In einer Pressemitteilung suchte der u-asta heute Abend nach Erklärungen für die geringe Beteiligung: „Einige Studierenden werden sich aus Sorge um den Verlust ihres Studienplatzes nicht beteiligt haben, andere wurden vielleicht trotz der massiven Informationskampagne nicht in ausreichendem Maße erreicht.“

Eine letzte Hoffnung haben die Gebührengegner noch: Bei den Verwaltungsgerichten liegen in Baden-Württemberg etwa 2.500 Klagen gegen die Gebühren. Der Ausgange der juristischen Verfahren ist allerdings völlig offen.