Bombendrohung: Rathaus und Hauptbahnhof geräumt

fudder-Redaktion

Sowohl das Rathaus als auch der Hauptbahnhof wurden am Montagmittag nach Bombendrohungen evakuiert. In diesem Jahr ist es bereits die fünfte Drohung dieser Art in Freiburg.



Gegen 14 Uhr ging am Montag ein Anruf im Büro des Freiburger Oberbürgermeisters ein. "In 15 Minuten geht eine Bombe hoch", sagte eine männliche Stimme nach BZ-Informationen. Kurz darauf klingelte bei der Deutschen Bahn im Freiburger Hauptbahnhof das Telefon. "In 14 Minuten geht eine Bombe hoch." Die Polizei reagierte sofort, ließ das Rathaus und den Bahnhof räumen. "Wir vermuten, dass die Drohung von ein- und derselben Person ausgesprochen wurde", sagte Freiburgs Polizeisprecher Karl-Heinz Schmid der Badischen Zeitung.


Am Rathaus wurden die Mitarbeiter per E-Mail dazu aufgefordert, das Gebäude zu verlassen. Lautsprecherdurchsagen riefen die Menschen auf der Straße dazu auf, sich in Kellerräume zu begeben. Die Polizei durchsuchte das weitläufige Gebäude mit einem Bombenspürhund vom Keller bis zum Dachboden. "Das dauert, das ist hier kein Einfamilienhaus", sagte Oberbürgermeister Dieter Salomon der am frühen Nachmittag.

Er selbst befand sich gerade in einer Arbeitskreissitzung, als die Sekretärin die Teilnehmer über die Drohung informierte. "Das ist ein sehr verwirrender Vorfall", so der OB. "Das ist kein Spaß, 300 Menschen arbeiten im Innenstadtrathaus." Salomon setzte seine Sitzung in der Burse fort.




Das Deutsche Rote Kreuz und die Feuerwehr waren ebenfalls vor Ort. Im Bahnhofsturm arbeiten Hunderte von Menschen. Sie und zahlreiche Reisende standen gegenüber an der Bismarckallee im Regen, suchten Schutz unter Vordächern. "Als die Durchsage kam ’Bahnhof wird wegen Bombendrohung geräumt’, haben die Menschen zunächst seelenruhig weiter eingekauft", berichtet Timon Kramer, Verkäufer bei der Bäckerei K&U. Erst nach und nach seien alle rausgegangen. "Und bei uns ist noch ein Fleischkäse im Ofen." Gegen 15.10 Uhr wurde die Sperrung aufgehoben, der Bahnhof wieder für Passagiere geöffnet.

Über die Hintergründe der Bombendrohungen ist aktuell noch nichts bekannt. Sollte der Anrufer ermittelt werden, drohen ihm empfindliche Strafen. Neben den strafrechtlichen Aspekten können auch zivilrechtliche Ansprüche auf den Täter zukommen. "Das ist kein Kavaliersdelikt, wir ermitteln auf Hochtouren", so Polizeisprecher Schmid.

In der Vergangenheit hatte es in Freiburg immer wieder leere Bombendrohung gegeben. Anfang des Jahres erhielt der Gemeindevollzugsdienst zwei Mal innerhalb weniger Tage eine telefonische Bombendrohung. Das Gebäude am Schlossbergring wurde durchsucht, aber auch Spürhunde der Polizei fanden nichts Explosives.

Anfang Juni ging eine telefonische Bombendrohung beim Diakoniekrankenhaus im Freiburger Stadtteil Landwasser ein. Das Krankenhaus wurde für zwei Stunden geräumt. 600 Menschen mussten das Gebäude verlassen. Auch hier gab die Polizei nach der Durchsuchung des Gebäudes Entwarnung. Es gab keinen Sprengkörper.

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