Bombe im Freiburger Westen: Wie gefährlich war die Entschärfung?

David Weigend

Um 12.24 Uhr knarzt es erstmals durch die Funkgeräte der Polizisten in der Dunantstraße: "Bombe entschärft!" Wie das genau vonstatten ging, haben wir uns von Kampfmittelbeseitiger Günter Goedecke (links) erklären lassen.



Günter Goedecke von der Kampfmittelbeseitigung Baden-Württemberg ist ein alter Hase im Entschärfungsgeschäft. Seit 28 Jahren hat es der Routinier mit Bomben zu tun.


Nachdem er mit seinem Kollegen Klaus-Peter Olsson (der sich salopp als "Feuerwerker" bezeichnet) den zehn Zentner schweren Brummer am Hotel Stadt Freiburg unschädlich gemacht hat, wischt er sich den Schweiß von der Stirn und erzählt etwas zu den Details:



"Es handelte sich um eine amerikanische, halbpanzerbrechende Bombe mit Aufschlagzünder. Dieser Bombentyp hat eine Hülse hinten über dem Zünder, so dass man nur schlecht an den Zünder rankommt. Leicht war es nicht mit dieser Bombe."



Der Freiburger Boden sei kiesig und leicht sauer. Deshalb sitzen die Zünder hier recht fest: "Wir mussten etwas Gewalt anwenden, um den Zünder loszubekommen. Bei diesen Zündsystemen besteht in der Regel kein Risiko für eine unvorhergesehene Situation. Aber man kann so etwas natürlich nie ausschließen. Auch Aufschlagzünder sind beim Entschärfen schon detoniert."



Gestern Abend haben Goedecke und Olsson die Bombe gereinigt und mit einem Rostlösemittel bearbeitet. Der Rostlöser hat über Nacht eingewirkt. "Je länger man das einwirken lässt, umso besser. Trotzdem haben wir den Zünder mit der Zange nicht losbekommen, deshalb mussten wir ein wenig mit Hammer und Meißel nachhelfen. Das machen wir zwar nicht so gern, aber manchmal geht es nicht anders."



Und was wäre passiert, wenn der Baggerfahrer gestern nicht gleich gemerkt hätte, was er da gerade ausbuddelt? Goedecke sagt: "Wenn der Aufschlagzünder entsichert ist und der Baggerfahrer klopft mit seinem Baggerlöffel auf den Zünder, dann kann es schon knallen."

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