Bollenhut-Jump'n'Run: Mit der Schwarzwaldmarie durch die Landschaft springen

Savera Kang

Der Schwarzwald hat eine neue Heldin: Philipp Basler hat sie mal eben nebenbei erschaffen, weil "viele hier übersehen, wie cool der Schwarzwald ist". Nun jumpt und rennt seine Schwarzwaldmarie also über Smartphonebildschirme und grüßt aus aller Welt. Was sie kann und wie cool unsere Gegend eben doch ist:



Philipp Basler war in den USA unterwegs, als ihm auffiel, dass alle den „Black Forest“ kennen – und cool finden. Schwarzwälder Kirschtorte, klar, auch Kuckucksuhren, sogar Black Forest-Sandwiches gab es dort, die vermeintliche Herkunft strahlte Qualität aus und war beliebt. Aus seiner Heimat kennt der gebürtige Offenburger diese Begeisterung nicht: „Viele hier übersehen, wie cool der Schwarzwald ist“, sagt Philipp und zählt zum Beweis einige Vorzüge auf: „Man ist schnell im Wald, kann zum Beispiel Skifahren, aber man ist auch schnell in Freiburg und hat guten Anschluss an andere größere Städte.“


Bereits vor der USA-Reise wusste Philipp, der aktuell im 3. Semester Intermediales Design an der Hochschule Pforzheim studiert, dass er ein eigenes Spiel designen wollte. Im 2. Semester hatte er das Programmieren gelernt. Noch ein Space Invader sollte es aber nicht werden, Philipp hatte „Bock auf etwas Untypisches“, wie er erzählt. Die USA-Reise tat dann ihr Übriges.



Die Mission: das Schwarzwald-Image entstauben. Und so widmete er sein Projekt diesem Thema: Etwa vier bis fünf Monate lang programmierte er eine App für Android und iOS - heraus kam „Schwarzwaldmarie“, ein Jump'n'Run-Spiel mit einfacher Bedienung und stimmigem Design. Der Inhalt: Die bollenbehütete Marie rennt durch den Wald und sammelt Schwarzwälder Kirschtorten. Dabei wird sie von verschiedenen Wildtieren gestört, gegen die sie sich stets lächelnd mit ihrem Korb zur Wehr setzt. Ziel ist die poppige Kuckucksuhr am Ende eines jeden Levels.

Es sein ein reines „Spaßprojekt“, sagt Philipp, der seit der Veröffentlichung immer wieder kleinere Fehler behebt und, wenn er Zeit hat, neue Level hinzufügt. So kann man mit der Schwarzwaldmarie aktuell auf dem Feldberg skifahren. Dass es ihm solchen Spaß machen würde, ein Spiel zu programmieren, das hätte der Student selbst nicht gedacht: „Ich interessiere mich eigentlich mehr für Design. Das merkt man auch an kleinen Bugs.“

Tatsächlich: Mal fällt Marie ins Wasser und statt des Kleeblattkreuzes, das den Verlust eines Lebens bedeutet, fährt die Landschaft weiter an einem vorbei. Das ist frustrierend, wenn man schon ein paar Level weit gekommen ist, denn erneut dorthin zu kommen, kann mitunter etwas dauern: Der Schwierigkeitsgrad ist eher hoch angesetzt. Doch die Grafiken sind bunt und freundlich, die Bedienung der App ist simpel und ein Regelwerk wird nicht gebraucht, man muss Marie mögen. Auch verlangt sein Programm beim Herunterladen keinerlei Berechtigungen, „ich brauche ja auch keine Standortinfos und so, alles soll so einfach wie möglich sein.“

Aktuell sei Philipp im Prüfungsstress, doch nach der positiven Resonanz auf sein erstes Spiel plant er für den kommenden Sommer schon ein weiteres. Und auch aus dem Schwarzwald soll noch mehr kommen: „Ich möchte gern so eine eigene Schwarzwaldmarie-Welt erschaffen, das fände ich cool.“