fudder-Interview

Blutmond 2018: Am Freitagabend kannst Du die längste Mondfinsternis erleben

Anna Lob

Am Freitagabend ist es soweit: Die längste totale Mondfinsternis des Jahrhunderts steht an. Wie sie zustande kommt und wo man sie am besten beobachten kann, erklärt Sonnen- und Astrophysikexperte Markus Roth im Interview.

Herr Roth, was passiert am Freitagabend bei der Mondfinsternis? Können Sie das erklären?

Markus Roth: Die Erde wird von der Sonne beschienen und wirft, wie alle Objekte, die von Licht angestrahlt werden, einen Schatten. Der Mond kreist um die Erde. Wenn der Mond in den Schatten der Erde eintritt, kommt es zu einer Mondfinsternis.

Ganz konkret: Wie sieht eine Mondfinsternis dann aus?

Roth: Es ist zu sehen, wie der Mond langsam abdunkelt. Graduell, von einer Seite zur anderen Seite wandernd, schiebt sich dann der Erdschatten vor den Mond. Der Mond ist dann zuerst im Halbschatten, die östliche Seite des Mondes wird langsam dunkler und dieser Schatten wandert dann über den Mond und macht ihn immer dunkler.

Er wird nicht ganz schwarz werden, also nicht wie bei einer Sonnenfinsternis, wo der Mond die Sonne abdeckt. Der Mond wird rötlich schimmern, weil Licht, das von der Sonne auf die Erde scheint, in der Erdatmosphäre gebrochen wird und auf den Mond scheint.

Stimmt es, dass diese Mondfinsternis eine ganz besondere ist?

Roth: Ja. Diese Mondfinsternis ist die wohl längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts. So eine Konstellation kommt nur alle 105.000 Jahre zustande. Das hängt damit zusammen, welchen Abstand der Mond zur Erde hat. Der Mond bewegt sich ja in einer Ellipse um die Erde und je nachdem in welcher Phase sich der Mond gerade befindet, kann es dann zu einer längeren oder kürzeren Mondfinsternis kommen.

Wie stehen die Chancen, dass wir das Spektakel von Freiburg aus gut zu sehen bekommen?

Roth: Wenn das Wetter so klar bleibt, sollte man das gut sehen können. Man braucht einen klaren Blick Richtung Süden/Süd-Osten und sollte etwas rausfahren aus der Stadt. In der Stadt ist es zu hell und es könnten Hochhäuser im Weg sein.

Mondaufgang sollte um 21 Uhr herum sein. Da hat die Mondfinsternis schon begonnen – den Anfang können wir nicht sehen. Irgendwann gegen 22 Uhr oder 22.30 Uhr ist dann das Maximum der Mondfinsternis zu erwarten.

Wann wird es die nächste Mondfinsternis geben, die wir sehen könnten?

Roth: Mondfinsternisse können jährlich stattfinden. Die nächste Mondfinsternis in Mitteleuropa wird es am 21. Januar 2019 geben.


Zur Person:

Professor Dr. Markus Roth ist Professor für Sonnen- und Astrophysik am Kiepenheuer Institut für Sonnenphysik und Dozent am physikalischen Institut der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.


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