Freiburg

Blitzer im Schützenalleetunnel erwischt in einer Woche über 10.000 Autos

Simone Lutz

Unglaubliche Bilanz des neuen Schwarzlichtradars im Freiburger Schützenalleetunnel: Innerhalb einer Woche hat der Blitzer mehr als 10.000 Geschwindigkeitsverstöße aufgezeichnet.

Freiburgs erster Schwarzlichtradar vor der Kurvenausfahrt im Schützenalleetunnel hat’s in sich: Innerhalb knapp einer Woche hat der neu installierte Blitzer mehr als 10.000 Geschwindigkeitsverstöße registriert. Das heißt: Mehr als 10.000 Autofahrer wurden erwischt, als sie schneller als mit den dort vorgeschriebenen 50 Stundenkilometern aus der Kurve fuhren. Sie müssen jetzt mit einem Verwarn- oder Bußgeld und mit Punkten in Flensburg rechnen.


Seit dem 20. Juli ist der neuartige Blitzer am Ende der stadteinwärts führenden Tunnelröhre installiert. Die Radaranlage funktioniert mit Induktionsschleifen; der Infrarotblitzer soll verhindern, dass Autofahrer im Tunnel geblendet werden. Das Blitzen sei kaum zu sehen, erklärte der Gemeindevollzugsdienst bei der Installation.

95 Prozent kommen mit Verwarnungsgeld davon

Die Anlage wurde erst eine Woche lang auf beide Fahrspuren eingestellt, die Bildqualität wurde optimiert und der elektronische Datentransfer aus der Tunnelwarte gesichert. Seit dem 28. Juli arbeitet der Schwarzlichtradar im "Echtbetrieb" und sammelt Daten. Auf Anfrage der BZ lieferte die Stadtverwaltung am gestrigen Mittwoch, also knapp eine Woche später, die ersten gesicherten Zahlen. Und die haben es in sich.

In knapp einer Woche hat der Schwarzlichtradar mehr als 10.000 Geschwindigkeitsverstöße (schneller als 50 Stundenkilometer) dokumentiert. Die allermeisten betroffenen Autofahrer, nämlich rund 95 Prozent, kommen mit einem Verwarnungsgeld davon: bis 60 Stundenkilometer kostet es 15 Euro, bis 65 Stundenkilometer 25 Euro und bis 70 Stundenkilometer 35 Euro. Fünf Prozent der zu schnellen Autofahrer müssen Bußgeld berappen, bis 75 Stundenkilometer zum Beispiel 80 Euro plus ein Punkt im Flensburger Fahrerregister.

S-Kurve ist ein Provisorium

Gewarnt vor der Tempokontrolle werden die Autofahrer mit Schildern am Eingang des Kappler Tunnels. Nach Angaben der Stadtverwaltung soll ein Piktogramm am Schützenalleetunnel wahrscheinlich schon heute zusätzlich auf die permanente Radarüberwachung hinweisen.

"An dieser Stelle für mehr Sicherheit sorgen"

Die S-Kurve am westlichen Ende des Schützenalleetunnels ist ein Provisorium, bis irgendwann der Anschluss an den Stadttunnel gebaut ist. Sie ist bekannt für die vielen Unfälle, die hier in der Vergangenheit geschahen. Deshalb wurde als erste Vorsichtsmaßnahme die Höchstgeschwindigkeit in der Kurve bereits von 80 auf 50 Stundenkilometer gedrosselt, außerdem warnen Leuchtschilder und Lauflichter vor der Ausfahrt. Dennoch, mutmaßten die Ordnungsbehörden, fahren viele Autofahrer zu schnell ein. Dies scheint sich jetzt zu bestätigen.

Kein Kommentar von der Polizei

Die Polizei wollte die sehr hohe Zahl an Geschwindigkeitsverstößen in kurzer Zeit nicht kommentieren: Die Anlage sei Sache der Ortspolizeibehörde, also der Stadtverwaltung. Für diese sagte Pressesprecherin Edith Lamersdorf: "Wir sehen, dass es sinnvoll ist, an dieser Stelle für mehr Sicherheit zu sorgen."

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