Blitzalarm.de: Blitzer-Petzen leicht gemacht

Felix Herkenrath

Die Verstecke für Radarfallen werden immer raffinierter. Integriert in Mülleimern, Baustellenschildern oder aus verdunkelten geparkten Autos heraus, werden bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung teure Fotos von zu schnellen Autofahrern gemacht. Radiosender melden regelmäßig Blitzer, doch jetzt kann man die Infos über die Standorte von Radarkontrollen auch aufs Handy geliefert bekommen. Das Portal Blitzalarm.de wirbt damit, seinen Usern die Blitzer in ihrem Landkreis zu verraten. Felix hat sich mit einem der beiden Gründer unterhalten und den Dienst getestet.



"Alleine in Passau erhalten wir pro Blitzer 15 bis 20 SMS", sagt Günter Maier, einer der Gründer vom Portal Blitzalarm. Anfang 2008 hat Günter das Portal zusammen mit seinem Freund Tobias Damasko gegründet. Beide kommen aus Passau, sind leidenschaftliche Autofahrer und arbeiten hauptberuflich in der IT Branche.


Schon lange vor der Gründung von Blitzalarm verschickten beide SMS an Freunde und Verwandte, um diese vor aktuellen Blitzern zu warnen. Beide Freunde hatten ihren festen Kreis, den sie regelmäßig mit neuesten Blitzer-Updates versorgten. Nach einiger Zeit ging das Warnen vor aktuellen Radarfallen aber ziemlich ins Geld und so musste eine bessere Lösung her: Der Grundstein für Blitzalarm war gelegt.

Das Prinzip von Blitzalarm ist einfach: User registrieren sich auf der Seite mit ihrer Handynummer und wählen den Landkreis aus, für den sie die Blitzerwarnungen erhalten möchte. Sobald der User selber einen Blitzer entdeckt, schickt er eine SMS mit dem Standort der Anlage an eine vorgegebene Nummer. Diese Warnung geht dann an alle registrierten User im entsprechenden Landkreis. Möchte man nur die Blitzwarnungen in einem Landkreis, dann ist der Dienst kostenlos. Möchte man die Warnungen aus mehreren Landkreisen erhalten, wird eine Gebühr verlangt. Das Senden der SMS an den Service kostet den normalen Netzpreis.

Der Großteil der User von Blitzalarm sitzt in Passau und den angrenzenden Landkreisen. Bislang ist man außerhalb Bayerns nur in größeren Städten wie Köln oder Hamburg vertreten. Laut Eigenangaben nutzen 5000 User den Dienst, wobei die Hälfte aus Bayern stammt. Jeden Tag kommen laut Günter 30 bis 70 User dazu.

Schon am Design von Blitzalarm merkt man, das die Seite vor allem junge Autofahrer ansprechen soll: Das Durchschnittsalter der Nutzer liegt bei gerade knapp 25 Jahren.

Die Landkreise Freiburg und Breisgau-Hochschwarzwald sind zwar im Sytem eingetragen, allerdings sind aktive Blitzalarm-User in Südbaden Mangelware. Im fudder-Selbsttest gab es in zwei Wochen keine einzige Blitzerwarnung aufs Handy, dabei wird in Freiburg doch durchaus intensiv geblitzt.

Die Seite hat ganz offensichtlich das gleiche Problem vieler Web 2.0-Angebote: Es mangelt (noch) an aktiven Nutzern. Bei Blitzalarm wären das Nutzer, die nicht nur (so wie wir in unserem Test) auf Meldungen warten, sondern auch Meldungen abgeben. Und ohne altive Nutzer funktioniert Blitzalarm nicht.



Wie die Zukunft von Blitzalarm aussieht, wollen sich die Betreiber noch offen lassen. Im Moment stehen sie nach Eigenangaben mit einem regionalen Radiosender in Verhandlung, die den Service von Blitzalarm gerne in ihrer Hompage integrieren würden. Ob es zu einer Kooperation kommt, soll sich in den nächsten Wochen entscheiden. Derzeit geht es erst einmal darum, mehr User zu gewinnen.

Mehr dazu: