Eugen-Martin-Straße

Blindgänger in Freiburg gesichert, aber nicht entschärft - Anwohner können zurück

Gina Kutkat, Fabian Vögtle & Karl Heidegger

Die Bombenentschärfung auf dem Freiburger Güterbahnhofsareal ist eine knifflige Angelegenheit: Der Blindgänger kann vor Ort nicht entschärft werden. Die Anwohner dürfen aber daheim schlafen.

"Eine Entschärfung ist heute NICHT mehr möglich", teilt die Freiburger Polizei am Donnerstag um 22 Uhr via Twitter mit. Die Absperrung bleibt vorerst bestehen – ehe eine knappe Stunde später die erleichternde Mitteilung für die Anwohner kam: Sie können in ihre Wohnungen zurückkehren.


Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass die Bombe über Nacht an ihrem Fundort bleiben muss. Die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes hatten festgestellt, dass der Sprengkörper nicht entschärft werden kann. Aber: " Aktuell geht von der Bombe für die umliegenden Gebäude keine akute Gefahr aus", meldete die Polizei um 22.49 Uhr. Das bedeutet: Der Fundort der Bombe bleibt abgesichert und wird von mehreren Polizisten die ganze Nacht über bewacht. Die Anwohner können zu Hause schlafen.

Fliegerbombe muss kontrolliert gesprengt werden

Wie es nun weitergeht? Am Freitag wird die Bombe kontrolliert gesprengt, auch das steht mittlerweile fest. Unklar ist allerdings noch, ob dies vor Ort erfolgen wird oder ob er Blindgänger wegtransportiert werden muss. Nach Angaben von Polizeisprecher Walter Roth hängt – unter anderem – von dieser Entscheidung ab, ob die Umgebung des Fundorts am Freitag noch einmal geräumt werden muss.

Am Nachmittag waren Bauarbeiter im Bereich des alten Güterbahnhofs in Freiburg auf die Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen. Die Baustelle befindet sich zwischen der Lokhalle und dem Betrieb Vergölst; sie gehört zum Wohngruppenprojekt "Nestbau".

Sprengkörper ist zum Teil aufgeplatzt

Beim Aushub mit dem Bagger wurde die Bombe entdeckt. Dabei handelt es sich nach derzeitigem Kenntnisstand um eine amerikanische Bombe. Sie ist zum Teil bereits aufgeplatzt – was möglicherweise zu den Problemen führte, vor denen die Experten am späten Abend standen. Die Polizei hatte um 19.05 Uhr mit der Evakuierung des betroffenen Bereichs begonnen.



Ein Umkreis von 300 Metern um die Fundstelle wurde evakuiert, 800 Bewohnerinnen und Bewohner mussten ihre Häuser verlassen. Auch das Studentenwohnheim Campo Novo war betroffen. Florian Kühn, 24, wohnt dort: "Ich habe über Facebook von dem Bombenfund erfahren und gleich andere Mitbewohner informiert", so der Pharmaziestudent. "Als die Polizei uns hinausgebeten hat, habe ich noch bei einigen geklingelt, weil die Megaphon-Durchsagen nicht gut zu hören waren." Jetzt wartet er vor der Absperrung – und lernt. "Ich habe meine Karteikarten mitgenommen, weil ich morgen eine Prüfung schreibe."

Andere Bewohnerinnen und Bewohner verließen zu Fuß oder mit dem Auto das Güterbahnhof-Areal und machten sich auf den Weg zur Messe: In der Messehalle 1 wurden Räumlichkeiten für die Bewohnerinnen und Bewohner zur Verfügung gestellt, das DRK betreute die Evakuierten. "Die Entschärfung beginnt, wenn sich keine Personen mehr im Bereich befinden", schrieb die Polizei Freiburg auf Twitter.



Das war dann gegen 21 Uhr der Fall. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hatte die Entschärfung vorbereitet – die aber kein Routinefall ist. Robert Mess ist mit seinen Kollegen am Mittag aus Sindelfingen angereist, nachdem sie ein Bild der Bombe per E-Mail zugeschickt bekamen. "Wir haben das Bild gesehen und sofort gewusst, dass wir herkommen müssen", sagt Mess.

Vor Ort haben er und seine Kollegen dann die Lage eingeschätzt und den Typ der Bombe festgestellt. Es handelt sich um eine amerikanische Fliegerbombe mit 250 Kilogramm Sprengstoff. "Die muss auf jeden Fall entschärft werden", so Mess. Dies allerdings war nicht ohne Komplikationen möglich – Fortsetzung folgt.
Am Freitagmorgen berichten wir auf badische-zeitung.de über den weiteren Fortgang der Dinge.



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