Blaubart – Hoffnung der Frauen

Alexander Ochs

Morgen feiert die Neuinszenierung des Märchens Blaubart im Theater in der Kunstetage Premiere. "Die Geschichte hat sooo einen Bart", könnte man fast sagen. Schon die Brüder Grimm haben den Stoff veröffentlicht. Doch die Hauptfigur hat gar keinen Bart, sondern fünf Frauen. Wie das geht und was da geht, erklärt Alex.



„Ein Stück über die Suche nach der Liebe und die erschreckende Einsicht, wie nahe Leben und Töten beieinander liegen können.“ Das steht auf dem Flyer der sechsköpfigen Theatertruppe. Oh ha. Scheint nichts für Kinder zu sein.


In dem Stück „Blaubart – Hoffnung der Frauen“ (1997) der vielfach ausgezeichneten Schriftstellerin Dea Loher ist Blaubart kein Märchenkönig mehr, sondern ein farbloser und scheinbar harmloser Schuhverkäufer. Ganz anders die Frauen, die ihm über den Weg laufen und ihre Sehnsüchte in ihn hineinprojizieren: Eva, die Lilafarbene (gespielt von Valeska von Komorowski), Anna, die Pinke (Kathrin Schmider), Julia, die Rosafarbene (Annemarie Bitsch), Tanja, die Rote (Ricarda d’Heureuse-Harosky) und Christiane, die Orangene (Simone Schreijäg). Und die namenlose Blinde, auch von Annemarie Bitsch gespielt. Ausgerechnet sie wird sich als Sehende erweisen.



Ehe man sich’s versieht, meuchelt der gute Heinrich (Marc Anquetil) die fünf Farben / Frauen. Und das alles nur, weil sie versuchen, ihn richtig zu lieben. Maßlose Liebe. Ist das nicht harter Stoff? „Schon, klar!“, sagt Kathrin Schmider, die Regie führt. „Aber es gibt auch viele witzige oder absurde und ein paar romantische Momente.“ So zum Beispiel die Eingangsszene: Ausgerechnet beim Eisschlecken bricht das Eis zwischen Blaubart und seiner ersten Frau. „Liebe ist halt ein Dauerbrenner, weil sie jede Generation aufs Neue beschäftigt“, sagt die Regisseurin. „Aber es ist ein recht spezieller Blick auf die Liebe.“



Seit November 2008 haben die sechs Menschen an der Inszenierung gearbeitet. Am Samstag, den 25. Juli 2009 ist Premiere. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen – quasi Pay After.

Mehr dazu:

Was: Blaubart - Hoffnung der Frauen
Wann: 25./26./27. Juli 2009, 20 Uhr
Wo: Theater in der Kunstetage, Lörracher Straße 45, Freiburg
Eintritt: frei