Blackwood-Films: Junge Filmemacher in Freiburg

Gina Kutkat

Der Freiburger Schüler Till Gombert (18) hat mit anderen Filmbegeisterten die Jugendfilmgruppe Blackwood-Films ins Leben gerufen. Die jungen Filmemacher drehen und produzieren nach dem Do-It-Yourself-Prinzip Dokumentationen, Kurzfilme und Spielfilme, zum Beispiel über Konflikte im Vauban.



Wenn man Till Gombert fragt, ob er sich selbst als Filmfreak bezeichnen würde, grinst er verschmitzt und nickt zustimmend. "Ja, ich glaube das trifft voll und ganz auf mich zu." Der 18-jährige Schüler der Staudinger Gesamtschule ist der Leiter der Freiburger Jugendfilmgruppe Blackwood-Films und schon seit seiner Kindheit ein Liebhaber des bewegten Bilds. "Den Anstoß, selber eine Kamera in die Hand zu nehmen und einen Film zu drehen, kam durch das Kinderbuch Merlin", sagt Till. Die Geschichte des Zauberers Merlin und die fantastischen Bilder der Sagenwelt haben ihn dazu inspiriert, das Buch filmisch nachzuerzählen.


Seinen ersten richtigen Film drehte Till schließlich im Jahr 2006 über den Stadtteil, in dem er wohnt: das Vauban. Die Dokumentation "Konflikte im Vauban" kam mit Unterstützung der Quartiersarbeit Vauban zustande, inhaltlich thematisiert der Film die Probleme zwischen Jugendlichen und Erwachsenen im Vauban. Von der Kamerahandhabung bis zum Schnitt hat sich Till, der erklärter Fan von Jim Jarmusch, Quentin Tarantino und Lars von Trier ist, alles selber beigebracht. Dieses Do-It-Yourself-Prinzip baut auf dem Fotografie-Wissen, welches ihm seine Eltern vermittelt haben. Beide sind Fotografen. "In dieser Hinsicht bin ich schon ein bißchen gesegnet," sagt Till. Wie er diesen Segen richtig nutzt, weiß der 11. Klässler sehr gut.

Im Herbst 2009 gründet er zusammen mit filminteressierten Freunden den Verein Blackwood-Films. Die jungen Leute treffen sich einmal im Monat, um ihre nächsten Projekte besprechen. Sie organisieren Hüttenwochenenden, Filmpremieren und bringen sich das Filmen gegenseitig bei. In Workshops und Vorträgen, die von den Mitgliedern selbst vorbereitet werden, werden filmische Grundlagen vermittelt. "Jeder darf bei uns alles machen," sagt Till. "Die Positionen werden häufig gewechselt, sodass jeder lernt zu filmen, schneiden oder auch zu schauspielern." Die gesellschaftskritischen Themen haben es dem jungen Filmemacher angetan. Für eine konkrete Zukunftsfrage ist es für den Elftklässler zwar noch etwas zu früh, aber dass es in den Filmbereich gehen soll, da ist sich Till sicher.



Im Jahr 2008 erschien mit "The next door left..." der zweite Film von Till und seinen Filmkollegen. In dem 45-minütigen Spielfilm werden Jugendthemen wie Mobbing, Ausgrenzung und Selbstmord behandelt. Till verwendete für die Story Backflashs, seine damalige Filmarbeit beschreibt er als "eher spontan und ohne System." Jetzt, unter dem Dach von Blackwood-Films, läuft alles etwas geordneter und geplanter ab. Auf die Situation junger Freiburger Filmemacher und mögliche Unterstützung von außen angesprochen, zuckt Till mit den Achseln. "Wir haben eigentlich immer alles selber gemacht und waren deshalb nie auf Unterstützung angewiesen."



Trotz der Selbstständigkeit von Tills Truppe kam in der Vergangenheit unter anderem die Zusammenarbeit mit der Projektwerkstatt Kubus e.V. zustande. Gemeinsam entwickelte man das Video-Tanz-Projekt "Fabers Game" und denkt nun über weitere Kooperationen nach. "Wir sind sehr daran interessiert, andere Filmemacher, Filmgruppen, Filminteressierte oder Kinomacher kennenzulernen," sagt Till, der mit viel Begeisterung von seinen Projekten erzählt.

Eine Gelegenheit, die jungen Freiburger Filmemacher kennenzulernen und ein bisschen Material zu sichten, gibt es am 10. April , wenn Blackwood Films und Kubus ihre Zusammenarbeit vorstellen. Der neue Blackwood-Film "Seid ihr Zwillinge" - ein ironisches Werk über Freundschaft - wird ebenfalls zu sehen sein.

Was: Filmvorführung und Präsentation von Blackwood-Films
Wann: Samstag, 10. April 2010, 20 Uhr
Wo: Projektwerkstatt Kubus, Haslacherstr. 43

Mehr dazu:

Blackwood-Films: Website &Youtube
Blackwood-Films: Die Ampel des Alltags

Quelle: Youtube