Elektropop

Bird Berlin gibt am Donnerstag ein Konzert in der Passage46

Bernhard Amelung

Bird Berlin weckt mit seinen Songs das Bedürfnis, Tag und Nacht Flip Flops zu tragen und sich Orchideenblüten ins Haar zu stecken. Am Donnerstag tritt der Elektro-Pop-Sänger in der Passage46 auf.

Fisch-Tacos mit Ananas-Salsa, Spare Ribs, gegrillte Maiskolben, Kokoseis, Süßkartoffel-Fries und Acai-Bowls. So intensiv im Geschmack wie die Hawaiianische Küche müssen die Songs von Bird Berlin auf Synästhetiker wirken. Der Sänger und Musiker, der im Alltag auf den Namen Bernd Pflaum hört, löst diese Assoziation selbst aus.


Zum Beispiel mit seinem 12-Sekunden-Acapella-Stück "Honolulu Forever". Das, erschienen 2014 auf der EP "Calypso", beschwört mit nur zwei Wörtern Sonnenunter- und aufgänge, weckt das Bedürfnis, Tag und Nacht Flip Flops zu tragen und sich Orchideenblüten ins Haar zu stecken, und zitiert entsprechende Geschmackserfahrungen. Hawaii eben. Oder ein vergleichbares Fernwehziel.

Diese Assoziationen verstärkt Pflaum mit seiner Musik, einer aufgekratzten Mischung aus Synth- und Elektro-Pop, Glam-Rock und Disco-Pop. Die Beats preschen immer eine Spur zu wild nach vorne. Das rhythmische Gerüst ist schlicht, die Harmonien klingen allerdings immer eine Spur zu süßlich.

Seine textliche Botschaft ist schlicht. "Du bist schön. Dein Herz ist schön." So singt-flüstert Pflaum auf "Herz, schön, toll, wuuh", der 2013 auf der EP "Gold" erschienen ist. Und "1000 Karat. Wir sind wie Gold. Wir brechen das Licht. Heute Nacht", lautet der Vers im titelgebenden Stück "Wir sind wie Gold".



Der helle Glanz dieses Elements bildet auch ein zentrales Motiv seiner Show. Bernd "Bird Berlin" Pflaum liebt alles, was glitzert, leuchtet, strahlt, funkelt und flimmert. Tritt er zu Beginn seiner Konzerte noch in Leggings oder Badehose und neonfarbenen Stulpen auf, entledigt er sich dieser Teile Song für Song, reibt sich mit Gold- und Glitzerpulver ein – und verteilt es auch großzügig an seine Gäste.

"Das Glitzer, die Farbigkeit, der Kitsch – da habe ich eine unglaubliche Lust drauf. Farbe und Kitsch machen fast von alleine fröhlich. Farbe im Alltag und auf der Bühne macht so viel aus. Ich habe einfach Spaß, damit zu spielen. Wenn ich mich mit Glitzerpulver einreibe, fühlt sich das gut an", sagte er im Mai dieses Jahres in einem fudder-Interview.

Bei Bird Berlins Konzerten stimmen die textliche Botschaft und der Auftritt überein. Diese verstärken kannst du, wenn du am Donnerstag in der Passage46 mit ihm singst, lachst, tanzt, bunte Kleider trägst und dich selbst mit Glitzerpulver einreibst.
Was: Bird Berlin
Wann: Donnerstag, 21. Dezember 2017, 20.15 Uhr
Wo: Passage46, Bertoldstr. 46, 79098 Freiburg

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