Bio-Beef mit der Öko-Gang: Das Rapvideo "Freiburger Struggle" von Retardo

Manuel Lorenz

Als Normalo hat man's in Freiburg nicht leicht: Wer Atomstrom bezieht, sein Hackfleisch bei Aldi kauft und keine dicke Fahrradkette hat, wird von den hiesigen Ökos übelst gedisst. Das gelungene Musikvideo "Freiburger Struggle" von Retardo featuring die schönsten Freiburg-Klischees:



Armer Retardo. Der Rapper will in Freiburg einfach nur seinen Coolio stehen, halbnackt mit heißen Chicas im Oberlinden-Brunnen abchillen, sein New-York-Yankees-Cap und seine Sonnenbrille tragen und das Leben genießen. Die Quittung dafür bekommt er in Form einer Öko-Gang auf Fahrrädern, die ihn umzingelt und ihm auf den Keks geht, weil er nicht das "neue, coole Paar Wollsocken" trägt.


Ein Rapper, mit dem er Bio-Beef hatte, fotografiert ihn sogar dabei, wie er Hackfleisch bei Aldi kauft und postet das Foto im Internet. Aber damit nicht genug: Er hat Angst vor Schellen, die hierzulande mit Fahrradpumpen verteilt würden, und kriegt Schmach ab, "weil ich keine Sonnenkollektoren auf dem Dach hab'". Die Konsequenz: "Das nächste Album wird auf Tofu gepresst."

All das geschieht sauber (wohl vergangenen Sommer) gefilmt und geschnitten vor einer Kulisse, die keinen Freiburger Hotspot auslässt: Vauban, Münstermarkt, Münster, Blaue Brücke, Dreisam, Seepark, Radstation, KaJo. "Freiburger Rough Life, Freiburger Struggle", heißt es dazu im Refrain, und zwischendurch erscheint immer wieder ein düsterer Kapuzenmann mit weiß geschminktem Gesicht und brennenden Fackeln.

Für all jene, die sich über eine solch geballte Ladung an Freiburg-Klischees ärgern, hält Retardo am Ende eine Beschwichtigung parat: "I'm just playing, Freiburg. You know I love you." Na dann sind wir ja ein bisschen beruhigt ...

Retardo - Freiburger Struggle

Quelle: YouTube


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