Bildungs-Champions-League: Uni Freiburg eine Runde weiter

Christian Schmidt

Deutschland sucht die Super-Unis und Freiburg ist unter den letzten 10 Kandidaten. In einer Pressemitteilung der Uni vom Freitagabend heißt es: “Die Universität kann für zwei Graduiertenschulen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und ein Exzellenzcluster zur Förderung der Spitzenforschung Vollanträge stellen.”Exzellenzcluster? Graduiertenschulen? Vereinfacht gesagt: Freiburg bekommt einen Recall im Rennen um die nationalen Eliteunis und somit die Chance auf erhebliche finanzielle Förderungen (jährlich circa 21 Millionen!). Doch es geht nicht nur um Geld. Am Fahnenbergplatz träumt man nun davon, in einem Atemzug mit Eliteunis von Weltruhm wie Oxford, Stanford oder Harvard genannt zu werden. “Die Entscheidung der Gutachterkommission zeigt eindeutig, dass die Universität Freiburg mit ihrer exzellenten Forschung und Lehre für den Wettbewerb um den Titel einer Spitzenuniversität gut gerüstet ist”, sagt der Rektor der Universität, Professor Dr. Wolfgang Jäger. Auch OB Dieter Salomon sieht sich schon fast im Finale um den “Pokal in der Champions League”, wie er der Badischen Zeitung zu Protokoll gab. Wer als Germanistikstudent nun von neuer Infrastruktur in seinem Seminar träumt, könnte enttäuscht werden. Vor allem einige besonders zukunftsträchtige Forschungszweige würde der Geldsegen ereilen. Aber natürlich wäre insgesamt mehr Geld im System. Das jährliche Uni-Budget würde um satte zehn Prozent aufgestockt. Insgesamt würden wohl alle Freiburger Studierenden und Absolventen von diesem Prädikat profitieren. Das Schlagwort “Eliteuni” ist schon jetzt ein national bekanntes Markenzeichen, das zukünftig auch international Strahlkraft entwickeln wird. Doch vorerst bleibt Freiburg eine Uni unter Unis. Alle von der DFG ausgewählten zehn Universitäten können nun in einer weiteren Runde die Auszeichnung einer staatlich anerkannten Spitzenuniversität erringen. Sie müssen dafür ihre Antragsskizzen ausbauen und sich weiteren Begutachtungen stellen. Die endgültige Entscheidung darüber, wo die Leuchttürme des Deutschen Bildungswesens stehen, werden im Oktober gefällt.