Bike Bridge Freiburg belegt ersten Platz bei Deutschlands größtem Integrationswettbewerb

Gina Kutkat

Die Freiburger Initiative Bike Bridge hat bei der Verleihung des Deutschen Integrationspreises abgeräumt: Das Team, das Fahrradkurse für geflüchtete Frauen organisiert, belegte den ersten Platz und erhält 50.000 Euro.

Ein Freiburger Projekt hat bei Deutschlands größtem Integrationspreis abgeräumt: Die Initiative Bike Bridge belegte bei der Preisverleihung am Donnerstagabend in Frankfurt den ersten Platz. "Wir freuen uns riesig und sind total überrumpelt", sagt Clara Speidel von Bike Bridge. Das Projekt, das sich durch Fahrradkurse und Freizeitausflüge um die Integration von geflüchteten Frauen kümmern, ist mit mit 50.000 Euro von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung ausgezeichnet worden.


Bike Bridge musste sich im Finale gegen sieben andere Projekte durchsetzen. In der letzten Runde des Wettbewerbs ging es darum, das Projekt in fünf Minuten zu präsentieren und sich dann der Jury in einer Fragerunde zustellen. "Wir waren total aufgeregt", so Speidel. Doch das Bike-Bridge-Team konnte die Jury überzeugen und belegte den ersten Platz. "Durch die soziale und kulturelle Integration durch Fahrrad fahren gewinnen geflüchtete und zugewanderte Frauen an Freiheit. Sie werden mobil und erfahren Teilhabe an unserer Gesellschaft, was sich wiederum positiv auf die Familien der Frauen auswirkt", sagt Juryvorsitzender Hans Jörg Vetter. Den zweiten Preis belegte "ZuBaKa" aus Frankfurt, auf Platz drei landete das Berliner Projekt "Flüchtlinge Willkommen".

Fahrradtraining, Touren und Ausflüge

Das ehrenamtliche Projekt Bike Bridge Freiburg gibt es seit zwei Jahren. Dahinter stecken die drei Sportwissenschaftlerinnen Lena Pawelke, Shahrzad Mohammadi und Clara Speidel. Den geflüchteten Frauen auf Augenhöhe begegnen und sie gleichzeitig zu stärken, das ist die Idee hinter Bike Bridge Freiburg.Durch Fahrradtraining, Touren und Ausflüge lernen sich die Teilnehmerinnen untereinander, aber auch ihre Trainerinnen und andere Freiburgerinnen kennen. So finden sie leichter Zugang zur regionalen Kultur.

Mit dem Preisgeld von 50.000 Euro will das Team von Bike Bridge Freiburg weitere Ideen umsetzen. "Wir können nun den zahlreichen Anfragen nachkommen und unser mehrfach getestetes Konzept weiter verbreiten", sagt Lena Pawelke von Bike Bridge. In den kommenden Monaten möchte sich das Team sortieren und am Konzept feilen. Im Frühjahr soll es dann mit den Fahrradkursen weitergehen. Dafür werden auch wieder Trainerinnen gesucht, sowie Helfer in anderen Bereichen wie Social Media oder Homepage-Pflege.

Acht Projekte standen im Finale

Mit dem Deutschen Integrationspreis fördert die Hertie-Stiftung Projekte, die den Austausch zwischen Deutschen und Geflüchteten fördern und Geflüchtete aktiv einbinden. Beworben hatten sich über 250 Initiativen, von denen 40 in eine Vorauswahl kamen. Ab März 2017 hatten diese Projekte Zeit, bei einem Crowdfunding-Contest mitzumachen. Die Bike Bridge Freiburg hat auf Startnext 253 Unterstützer gefunden, die dazu beigetragen haben, dass das Fundingziel von 10.000 Euro erreicht wurde. Zuletzt standen acht Projekte im Finale, die sich einer Jury aus Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Medien stellen mussten. Mehr zum Thema: