Bier beim Rundlauf

Adrian Hoffmann

Felix Undeutsch gehört zu denjenigen Menschen, die auf Partys wieder mehr miteinander reden wollen ? und lieber die Musik leiser drehen. Der 21-jährige Kulturmanagement-Student aus Freiburg organisiert die Ping-Pong-Party in der Mensbar, die nach dem gestrigen Auftakt auch weiterhin stattfinden soll. Nicht, weil er besonders gut Tischtennis spielt, sondern um der Kommunikation willen, und natürlich aus Spaß am Spiel. Ein Interview.


Wie bist du auf die Ping-Pong-Party gekommen?

Felix: Die Idee war einfach, Musik und Sport miteinander zu verbinden. Und vor allem, die Kommunikation auf einer Party zu fördern. Es ist ja oft so, dass man sich in einer Disco gegenseitig nicht mehr verstehen kann. Bei uns ist die Musik etwas leiser.

Und wie kommt diese Idee bei den Leuten an?

Felix: Also in Dresden, meiner Heimatstadt, wo wir damit schon vor einem Jahr begonnen haben, sind die Leute richtig heiß drauf. Bis zu 300 Studenten kommen auf eine Party, hier in Freiburg waren es gestern leider nur um die 60. Wahrscheinlich war das Wetter schuld. In der Mensabar ist es warm, einen Veranstaltung drinnen kommt eben gerade nicht so gut an.

Wie sieht die Ping-Pong-Party genau aus? Die Leute spielen Rundlauf?

Felix: Ja, genau. Da stehen, so war es gestern, 60 Leute um eine Platte.

Also im Grunde stehen sie den ganzen Abend in einer Schlange.

Felix: Ja. Ich würde sagen, sie stehen 70 Prozent der Zeit in der Schlange, und 30 Prozent der Zeit spielen sie. Aber genau so wollen wir das ja. Die Gäste reden miteinander in der Schlange, und wenn sie Ausscheiden, gehen sie gemeinsam an die Bar.

Wie ist das Geschlechter-Verhältnis?

Felix: Es sind nicht mehr Männer da. Ich würde sagen, das Verhältnis ist genau richtig. 50:50.

Wird eigentlich auch getanzt?

Felix: Also in Dresden schon, in Freiburg gestern waren es wahrscheinlich einfach zu wenige, als das sie das Tanzen angefangen hätten. Es war eher ein Abhängen auf der Couch.

Wie wichtig ist bei solchen Partys das Tischtennis-Spiel?

Felix: Der Wettkampfgedanke steht überhaupt nicht im Vordergrund. Natürlich gibt es nach jedem Rundlauf ein Finale. Und am Ende des Abends gibt es auch einen Sieger, aber eher einen moralischen Sieger.

Was für Musik spielt ihr eigentlich?

Felix: 60er, 70er, eher Old School. Auch mal ein bisschen Reggae.

Wird es trotz der bescheidenen Besucherzahl in Freiburg weiterhin eine Ping-Pong-Party geben?

Felix: Wir wollen es auf jeden Fall im September oder Oktober nochmal probieren und dann die Ping-Pong-Party hoffentlich zu einer festen Institution machen.