Bewegliche Zielscheiben

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, dass es in vielen populären Filmen sehr auffällige Parallelen gibt? Besonders in Actionfilmen, Western und anderen Leinwandwerken mit viel Schießerei und Prügelei ist ein Phänomen zu beobachten, dem ein amerikanischer Filmkritiker einen besonderen Namen gegeben hat: Der Stormtrooper Effect.

Die Imperialen Sturmtruppen sind vielen aus der Star-Wars-Hexalogie als in Massen aufmarschierende Truppen in weißen Panzeranzügen bekannt. Und ebenso bekannt sind sie dafür, reihenweise tot umzufallen, und das trotzdem sie gut geschützt sind. Mit ihren wirkungsvollen Lasergewehren treffen sie mit keinem Schuss einen der Filmhelden wie etwa Han Solo oder gar Luke Skywalker. Die Heroen hingegen müssen diese Massenbösewichte nur mit kleinen Handfeuerwaffen an der Schulter treffen, und schon fallen sie tot um.


Dieser Stormtrooper Effect wurde zwar schon von vielen beobachtet, aber erst in den 80er Jahren von dem Filmkritiker Roger Ebert beschrieben (selbiger Pulitzer-Preisträger schrieb in seinen jüngeren Jahren Drehbücher für „Filme“ von Russ Meyer, aber das nur nebenbei). Nicht nur in den Star-Wars-Filmen ist dieses Phänomen zu Hause, auch in vielen anderen Streifen von Rambo, über Indiana Jones, bis zu James Bond (um nur einige bekanntere Beispiele zu nennen) zeichnen sich die bösen Massen durch eine unglaubliche Treffunsicherheit und ein extremes Sterberisiko aus.

Zur gleichen Kategorie gehört auch die übliche Choreografie von Jackie Chan- oder Bud Spencer und Terence Hill-Filmen. Es passiert nie, dass alle Bösewichte zur gleichen Zeit von verschiedenen Richtungen oder gar mit einer Taktik angreifen, sondern nur schön einzeln, damit auch ja jeder seine Portion Ohrfeigen abbekommt. Außer natürlich bei Bud Spencer; aber der macht mit einer Rundumbackpfeife problemlos auch einen großen Haufen Fieslinge fertig.