Bewährungsstrafe und Arrest für Ihringer Friedhofsschänder

Carolin Buchheim

Gestern hat das Jugendgericht in Freiburg die vier jungen Männer verurteilt, die am 11. August dieses Jahres den jüdischen Friedhof in Ihringen geschändet haben.

Die Angeklagten, ein 28-jähriger Handwerker, ein 16-jähriger Schüler und zwei 17 und 19 Jahre alte Auszubildende aus den Kreisen Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald, mussten sich vor dem Jugendgericht wegen Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung verantworten.


Der Schüler und die Auszubildenden wurden zu ein und zwei Wochen Jugendarrest verurteilt, der 17-jährige muss außerdem 60 Arbeitsstunden ableisten. Damit blieb das Gericht unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Diese hatte längere Jugendstrafen auf Bewährung beantragt, die zur Folge gehabt hätten, dass die Jugendlichen eine längere Zeit von Bewährungshelfern begleitet worden wären.

Der 28-jährige, dem zudem unerlaubter Waffenbesitz zu Last gelegt worden war, wurde zu einem Jahr und sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Damit blieb das Gericht zwei Monate unter der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Da es sich um einen Prozess vor dem Jugendgericht handelte, fand er unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Details über Tatmotiv und Urteilsbegründung sind daher nicht bekannt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, laut Berichten der Badischen Zeitung prüft die Staatsanwaltschaft derzeit, ob sie gegen die Urteile gegen die drei jugendlichen Täter und die Jugendarreste Rechtsmittel einlegt.

Die Täter hatten am 11. August 2007 auf dem jüdischen Friedhof in Ihringen 71 Grabsteine umgestoßen; mehrere Steine gingen dabei zu Bruch. Eine Woche nach der Tat konnten die Täter von der Polizei gefasst werden. Sie legten Geständnisse ab. Die Polizei fand damals bei den Tätern Nazi-Symbole und CDs rechtsradikaler Bands. Bei dem 28-jährigen war damals außerdem die Waffe sichergestellt worden, wegen deren unerlaubten Besitzes er nun verurteilt wurde. Er saß bis zum Prozess in Untersuchungshaft.

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fudder.de: Grabschändung auf jüdischem Friedhof aufgeklärt