Planungen

Beste Stadionvorschläge ausgewählt – SC Freiburg erhöht das Budget

Joachim Röderer

Vertreter von SC und Stadt haben die Entwürfe fürs neue SC-Stadion gesichtet und das Feld der Bieter reduziert. Der SC wird drei Millionen Euro mehr investieren. Das Budget für Arena und Nebenanlagen steigt auf 73 Millionen Euro.

Am Freitag tagten bis zum späten Nachmittag die Aufsichtsräte der Stadiongesellschaft. In dem Gremium sitzen Vertreter von Stadt und Verein. Sie haben die Angebote der "Totalunternehmer" für das im Wolfswinkel im Freiburger Westen geplante neue SC-Stadion intensiv gesichtet und das Feld der Teilnehmer am Ende reduziert.


3 Millionen Euro mehr werden gebraucht

Die Angebote lagen offenbar leicht über dem ursprünglich festgelegten Kostenrahmen. Der lag bei 61 Millionen Euro und wird nun auf 64 Millionen Euro – das sind etwa 5 Prozent mehr – erhöht. Das Geld bezahlt der Sportclub Freiburg.

"Die Erhöhung wurde nach sehr gründlicher Abwägung im Sinne des Gesamtprojekts vorgenommen." Oliver Leki, SC-Finanzvorstand
Zu den 64 Millionen kommen noch rund neun Millionen Euro für die Innenausstattung hinzu. Daraus ergibt sich die Gesamtsumme von 73 Millionen Euro. Weil der SC das Plus trägt, hat sich der städtische Anteil nicht erhöht. Die Kosten für die Infrastruktur wurden mit weiteren 38 Millionen Euro veranschlagt.

Die zusätzlichen SC-Investitionen gewährleisten laut SC-Finanzvorstand und Aufsichtsrat Oliver Leki, dass die hohen Anforderungen und Wünsche an äußere Gestaltung und Funktion auch umgesetzt werden können: "Die Erhöhung wurde nach sehr gründlicher Abwägung im Sinne des Gesamtprojekts vorgenommen", erklärte Leki nach der Aufsichtsratssitzung. In der jetzigen Phase gebe es wichtige Weichenstellungen für das Stadionprojekt.

SC-Präsident Fritz Keller sieht Stadt und Verein auf einem guten Weg. Die Vorschläge seien architektonisch sehr wertvoll: "Ich bin sicher, dass wir ein großartiges Stadion für Freiburg und den SC bekommen werden." Auch Bürgermeister Martin Haag spricht von einem wichtigen Schritt auf dem Weg zum neuen Stadion: "Wir haben die besten Vorschläge ausgesucht", sagte er nach der Aufsichtsratssitzung. Die Endauswahl traf der Aufsichtsrat, in dem er er verschiedene Kriterien bewertete. Es ging dabei unter anderem um Funktionalität, Gestaltung, Architektur, Nachhaltigkeit und natürlich Kosten.

Strikte Geheimhaltung über die Pläne – damit es nicht zu Wettbewerbsverzerrungen kommt

Das Verfahren läuft nach EU-Vergabe-Richtlinien. Erlaubt ist, dass Verein und Stadt nun nachverhandeln. Die Bieter können ihre Entwürfe dann entsprechend anpassen. Das Verfahren, so wurde am Freitag noch einmal betont, muss strikt nichtöffentlich laufen, damit es nicht zu Wettbewerbsverzerrungen kommt. So durften Verein und Stadt auch nicht mitteilen, wie viele Entwürfe ursprünglich eingegangen sind – und auch nicht, mit wie vielen der Aufsichtsrat nun in die finale Runde geht. "Wir müssen uns hier an die strengen Vorgaben halten", so Baubürgermeister Haag.

Bis Ende Juli soll dann die Entscheidung fallen, welches Bieterkonsortium aus Architekt und Bauunternehmer den Zuschlag erhält. Dann werden die Pläne auch öffentlich vorgestellt. Im zweiten Quartal 2017 soll die Offenlage der Bebauungspläne beschlossen werden. Die Satzungsbeschlüsse sind für Frühjahr 2018 vorgesehen. Da mit der Planreife schon ein Baurecht besteht, könnten die Erschließungsarbeiten im Wolfswinkel im Frühjahr 2018 beginnen.

Der SC Freiburg hofft, dass er zu Beginn der Saison 2019/20 ins neue Stadion umziehen kann.

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