Besserer Klang im AKA-Filmclub

Robert Gloy

Der Aka-Filmclub ist mit einer neuen Soundanlage in das Wintersemester gestartet. Jetzt kann der Club eine Filme in feinen Surroundklängen anbieten - das verspricht echte Kinostimmung. Und auch die Bildqualität haben die Filmfreunde verbessert. Welche technischen Neuerungen es gibt, und was im Winter noch auf dem Kinoprogramm steht:

Als im Sommer der Hörsaal 2006 des KG II renoviert wurde, eröffnete sich für den aka-Filmclub die Möglichkeit, technische Verbesserungen zu verwirklichen. In einer zuvor organisierten Umfrage hatte der Filmclub erfahren, dass viele seiner Besucher mit der Tonqualität der Filme unzufrieden.


Kein Wunder. "Die Anlage bestand aus Verstärkern, die bist zu 25 Jahre alt waren", sagt David Kellermann (Bild unten Mitte), einer der Techniker des aka-Filmclubs. "Vor allem Töne im Frequenzbereich der Stimme wurden so schlecht widergegeben." Dadurch entsteht unangenehmer Hall. Für den Club gab es also viel zu tun: „Wir haben den ganzen Raum ausmessen lassen, um die Verbesserungen möglichst kinonah umzusetzen“, sagt David.



Angeschafft wurden schließlich spezielle Kinolautsprecher, eine Surroundanlage und Schallabsorber für die Wände. Letztere erwecken unter anderem den Eindruck, dass sich die Wände mehr im Raum befinden. „Wie im echten Kino“, lobt Martin Koch (Bild unten rechts), ebenfalls aus dem Technikteam, die technischen Neuerungen.

Um auch die Bildqualität zu steigern, wurde die Wand, auf die die Filme projiziert werden, mit Filz unterlegt und mit einer Spezialfarbe beschichtet. „Jetzt gibt es keine hässlichen Reflexionen mehr“, freut sich David Kellermann. Die Neuerungen waren eine große Investition für den Aka-Filmclub: die 15.000 Euro für die Neuerungen trägt der Verein komplett selbst.



Und welche Filmhighlights warten in diesem Semester darauf, in den Genuss dieser technischen Neuerungen zu kommen? Wie immer haben alle Mitglieder des Aka-Filmclubs basisdemokratisch über ihr Programm abgestimmt, das wieder aus anspruchsvollen Kassenschlagern wie „Melancholia“ oder „Midnight in Paris“ und Geheimtipps wie „Fish Tank“ besteht. Martin Koch empfiehlt vor allem die Themenreihe über Gefängnisfilme, in der „Picco“, „Ein Prophet“, „Hunger“ und „Der Räuber“ gezeigt werden. Das besondere an diesen Filmen ist laut Martin Koch, dass sie differenziert und analytisch an die Thematik herangehen – anders als Hollywood-Produktionen à la „The Green Mile“ oder „Die Verurteilten“, die sich oft nur auf Klischees über das Gefängnisleben stützen. David Kellermann ergänzt, dass die in der Themenreihe gezeigten Filme auch wesentlich politischer seien. Als Geheimtipp empfiehlt Martin Koch „Die Mondverschwörung“: ein Film über die deutsche Esoterikszene – zur Vorführung wird sogar der Regisseur Thomas Frickel dem Publikum Rede und Antwort stehen.

Doch auch wenn ordentlich in die Technik investiert wurde um den Aka-Filmclub auf Augenhöhe mit dem „echten“ Kino zu bringen, macht auch vor ihm der Fortschritt nicht halt. Johannes Litschel (Bild oben links) aus dem Vorstand bedauert, dass mittelfristig immer weniger Filme im 35mm-Format bereitgestellt werden, dagegen immer mehr im digitalen Format. Ein digitaler Projektor würde aber mindestens 30.000 Euro kosten. Für Johannes Litschel handelt es sich hierbei auch um eine „kulturpolitische Frage“.

Denn wenn Filme künftig nur noch im Digitalformat angeboten werden, gefährdet das ernsthaft die Existenz von Filmclubs und kleinen Programmkinos. Da geht es dann schnell um ganz andere Summen, will man konkurrenzfähig bleiben. Doch im Moment hat der Aka-Filmclub ganz klar noch viele Argumente auf seiner Seite, um zahlreichen Studenten anregende und qualitativ hochwertige Filmabende zu bescheren.