Albert-Ludwigs-Universität

Beschädigter UB-Boden wird endlich repariert

Frank Zimmermann

Sieben Monate, nachdem der Fußboden im Erdgeschoss der neuen UB durch einen Lieferanten beschädigt wurde, wird er endlich repariert. Unglücklicherweise mitten in der Prüfungszeit.

Im vergangenen Sommer, knapp ein Jahr nach der Eröffnung der neuen der Unibibliothek (UB) im Juli 2015, sah das Erdgeschoss schon wieder aus wie eine große Baustelle: Seitdem ist der dortigen Boden großflächig mit Holzplatten ausgelegt gewesen. Der Grund: Ein Lieferant hatte mit einem Transportgerät den Boden beschädigt. Nun, nach mehr als sieben Monaten, wird der Schaden endlich behoben.


Ein temporärer Holzweg durchs Erdgeschoss

Ein Warenlieferant hatte im Sommer 2016 für eine Lieferung für das UB-Café "Libresso" ein zu schweres Transportgerät benutzt und das Gebäude auch nicht wie vorgesehen über den Seiteneingang auf der Nordseite vis-à-vis dem Theater benutzt, sondern den Südeingang an der Belfortstraße. Auf Höhe der Infotheke, beim Eingang zu den Lesesälen, war der Steinboden gebrochen. Doch dabei blieb es nicht – auch andere Bodenbereiche im Erdgeschoss wurden durch den überladenen Transport beschädigt. Daraufhin ließ das zuständige Freiburger Amt der Landesbehörde "Vermögen und Bau" (ehemals Unibauamt) provisorisch Holzplatten im Erdgeschoss verlegen. Die ausgelegten Holzwege sollten die Lasten des beschädigten Bodens verteilen, wenn Nutzer mit großer Traglast, beispielsweise Fahrer schwerer elektrischer Rollstühle, das Erdgeschoss durchqueren.

Unter den zirka fünf Zentimeter dicken Steinbodenplatten befindet sich in allen Geschossen ein zirka 30 bis 35 Zentimeter hoher Hohlraum. Durch den sind zum einen Leitungen verlegt, zum anderen dient er als Lüftungskanal – weshalb dieser Doppelboden mit Hohlraum auch als "Druckboden" bezeichnet wird. Die Steinplatten stehen auf an den Enden mit Stütztellern versehenen Stahlrohren, die wiederum am darunter liegenden Betonboden angebracht sind. Wegen der Überlastung durch das Transportfahrzeug hatten sich nicht nur Risse in Steinplatten gebildet, sondern es waren auch diverse Stützrohre der Unterkonstruktion beschädigt. Beides werde nun bis Ende März im gesamten betroffenen Erdgeschossbereich repariert, sagte der Leiter von "Vermögen und Bau" in Freiburg, Karl-Heinz Bühler, am Mittwoch der BZ. Der Lieferant habe den Schaden der Versicherung gemeldet.

Zur Einigung mit der Versicherung und den Kosten kann Bühler allerdings erst nach Ende der Instandsetzungsarbeiten Angaben machen. Dass die erst in der vergangenen Woche, Monate nach der Beschädigung, begannen, habe daran gelegen, dass man die gesamte Unterkonstruktion des Bodens habe untersuchen müssen.

Seine Behörde nutzte aber auch die Gunst der Stunde, um im Zuge der Reparaturen am Boden auch das Lärmpegelproblem in der UB anzugehen. So wird im Erdgeschoss zwischen den Aufzügen zu den Lesesälen im südlichen Gebäudeteil und den Aufzügen zum Parlatorium im nördlichen Bereich der Boden leicht abgesenkt, so dass darauf ein lärmdämmender Filzbelag aufgebracht werden kann. Der Filzboden zwischen den Aufzügen wird ein etwa fünf Meter breiter Steifen sein, der im gleichen dunklen Farbton wie die Steinplatten gehalten ist.

Wasserschaden verhältnismäßig schnell erledigt

Komplett behoben ist auch der Wasserschaden. In der Nacht vom 2. auf den 3. Januar hatte eine unbekannte Person "absolut mutwillig" (Bühler) eine Toilette im dritten Stock des Parlatoriums verstopft und den automatischen Wasserstopp manipuliert, so dass dieser nicht mehr funktionierte. Die Folge: Geschätzte 60 bis 80 Liter Wasser drangen in den Hohlraumboden des dritten Stockwerks und sickerten durch die Deckenbeleuchtung ins darunter liegende Geschoss.

Der Doppelboden musste geöffnet und getrocknet werden, der Parlatoriumsbereich kurzfristig gesperrt werden. "Die Sache war aber ziemlich schnell erledigt", sagt Baubehördenchef Bühler rückblickend. Den Schaden beziffert er auf wenige tausend Euro.

Die Polizei ermittelt in dem Fall gegen zwei Tatverdächtige, die in jener Nacht auffällig waren, deren Identität aber noch nicht geklärt ist. Die UB hatte Anzeige erstattet.

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