Bernd Skubb, der singende ZMF-Busfahrer

Verena Hölzl & Larissa Rausch

Das ZMF ist für dieses Jahr vorbei - und damit auch die allabendliche Musik-Comendy-Show von VAG-Busfahrer Bernd Skubb. Denn wenn der 49-Jährige am Steuer des ZMF-Shuttlebus sitzt und das Mikrofon einschaltet, geht das Festival auf dem Rückweg weiter:



Samstagabend, Shuttlebus vom ZMF in Richtung Innenstadt.

Alles beginnt mit einer Durchsage. Man merkt: Dieser Fahrer hört sich gerne reden. Bei der „Lichterfahrt durchs Rieselfeld“ bittet er erstmal noch um Ruhe: „Bitte psschhhht. Da drüben gibt es eine Anwohnerin mit Kind. Die beschwert sich immer, dass wir zu laut sind.“ Erstes Gelächter. Das mit der Lautstärke ist allerdings nicht ganz von der Hand zu weisen. Die Passagiere klatschen und johlen was das Zeug hält und Busfahrer Bernd Skubb dreht hinter dem Steuer immer mehr auf. Er trällert das Schlaflied „Lalelu“, erzählt Episoden aus seinem Leben als Vater und Busfahrer oder groovt einfach vor sich hin.


„Solle ma noch eins? Vertrage ma noch a Liedle?“ Lauter Applaus. Skubb schaltet einen Gang höher und schmettert mit einer groovigen Inbrunst „Alle meine Entchen“, dass an der Munzinger Straße eigentlich keiner wirklich aussteigen will.

Was vor Jahren noch einen improvisierten Touch hatte, ist inzwischen längst ein Programm geworden, das Busfahrer Bernd mit Routine abspult. Alles begann in den Neunzigern, als Skubb während der Fußballweltmeisterschaft die Live-Übertragung eines Spiels laufen ließ. Er merkte: Mit seinen Fahrgästen kann er Gaudi haben.

Heute erinnert Busfahrer Bernd an einen Comedy-Star. Einen badischen selbstverständlich. Ob das Programm nun spontan oder geplant ist – Bernd unterhält seine Fahrgäste, die gar nicht glauben können, was sie da gerade erleben. Auch noch nicht, als Bernd sie mitten auf der Habsburger Straße rauslässt. Nach der geplanten Endhaltestelle Siegesdenkmal fährt er weiter nach Zähringen. „Da kann ich euch mitnehmen, wenn ihr wollt.“ Man hat ihn ins Herz geschlossen, wenn er sich mit „Ich sag Ciao Ciao, euer Busfahrer“ von seinen Party-Passagieren verabschiedet. Dann rauscht er davon. Das Mikro bleibt vermutlich an.



Herr Skubb, das ZMF ist vorbei. Es gibt keine Fahrgäste mehr, die Sie mit ihren Alleinunterhalterqualitäten glücklich machen können. Fühlen Sie sich jetzt nutzlos?

Bernd Skubb: Ich bring die Leute ja auch außerhalb des ZMF als Busfahrer zum Lachen. Viele freuen sich das ganze Jahr über mich zu sehen. Kleine Scherzchen gehen ja immer. Denn als Busfahrer bekommt man ständig die gleichen Fragen gestellt: „Gehen Sie zum Praktiker?“ –„Nein, aber fahren tu ich.“

In welchen Bus müssen wir steigen, um Sie zu treffen und bekommen wir für unseren Einsatz dann ein kleines Ständchen von Ihnen?

Ich bin momentan in Freiburg auf der Linie 15 und 16 eingesetzt. Aber da ist es oft schwierig, mein Programm durchzuziehen. Die Leute wollen oft einfach nur ihre Ruhe, wenn sie im Bus sitzen. Übrigens gibt es auch im ZMF-Shuttle Gäste, die meine Liedchen nicht so toll finden. Aber das sind Ausnahmen. Übrigens gibt es nicht nur in Freiburg einen singenden Busfahrer. Im Internet hab ich singende Kollegen in Australien gefunden. Und auch in Mannheim gibt es einen Fahrer wie mich. Der singt allerdings meistens Arien.

Viele Freiburger kennen den ZMF-Busfahrer Bernd. Haben Sie echte Fans?

Ja, klar. Die fahren nur mit mir. Eine Zeit lang war das schwierig. Da standen dann Gästegruppen, die wollten unbedingt zu mir in den Bus. Die Kollegen, die eigentlich vor mir hätten losfahren sollen, haben mich dann nach vorn geschickt. Manche Fahrgäste singen mein Programm sogar schon mit. Und auch Fan-Briefe gab es schon.'

Skubb-idubidubidu: ZMF-Busfahrer Bernd Skubb

Quelle:fudder @ YouTube


Mehr dazu:

 
[Fotos: Larissa Rausch]