Bernd Begemann: Wider die Midlife-Crisis

Jonas Nonnenmann

Bernd Begemann zeigte gestern Abend im Spiegelzelt den Ausweg aus der Midlife-Crisis: Selbstironie. Musik machen kann der Hamburger auch und es fällt schwer, ihn zwischen Bela B., Stefan Raab und Schnulzenkönig irgendwo einzuordnen.



Bernd Begemann ließ bei seinem Auftritt im Spiegelzelt  teils vergessen, dass er eigentlich gekommen war, um Musik zu machen. In diesen Momenten war er ein Stefan Raab, einer, dem es in die Wiege gelegt wurde zu unterhalten.


Doch Begemann kann mehr: wenn er die Gitarre in die Hand nimmt, entpuppt sich der Stefan Raab als Rockstar. Sein Publikum weiß das zu schätzen. Nach drei (!) Stunden Bühnenshow war das Spiegelzelt voller als beim ersten Song- Montag nachts um 24 Uhr, wohlgemerkt.  Vielleicht lag es auch am Montag, dass das Publikum sich nur schleppend in Bewegung setzte: selbst beim mitreißenden „Judith mach deinen Abschluss“ blieb der Tanzimpuls der Mehrheit noch im großen Zeh stecken.

Für etwas Bewegung sorgten erst  Klassiker wie „Gut im Bett - nirgendwo sonst“ oder „Fernsehen mit deiner Schwester.“ Für eine Schnulze aus den 30er Jahren kletterte  Bernd Begemann auf den Lautsprecher- sehr zur Belustigung des Publikums. Viele Lacher erntete der Tausendsassa auch mit selbstironischen, nach Midlife-Crisis klingenden Kommentaren: „Ich bin doppelt so alt wie du, doppelt so schwer und seh’ trotzdem  besser aus.“



Die drei Musiker der Band „Die Befreiung“ sahen ebenfalls gut aus, zumindest musikalisch gesehen. Achim Erz am Schlagzeug, Keyboarder Kai Dorenkamp und Gitarrist Ben Shadow spielten ein exzellentes Konzert.  Ihr Können bewiesen die Nordlichter nur mit klassischen Rocktönen, sondern auch bei Ausflügen in Jazz und Salsa.

Fazit: Die drei B’s rocken!

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