Bensnburner: Freiburger Musiker verschenkt sein Debütalbum für einen Tweet

Sabrina Schweizer

Radiohead waren die Ersten: für ihr Album In Rainbows konnten Musikfans 2007 zahlen, was sie wollten. Auch Nicht-Megastars versuchen, Musik so unter die Leute zu bringen. Für das Debütalbum 'Splendom' des Freiburger Künstlers Bensnburner kann man einen frei wählbaren Betrag zahlen - oder drüber twittern oder einen Facebook-Post machen.

Auf den 10 Tracks von 'Splendom' unterlegt der Freiburger Produzent und Bassist Ben Krahl, alias Bensnburner, elektronsiche Old School-Beats mit souligen Basslines und webt zeitgenössische Jazz-Elemente ein.


Das Konzept, den Hörer den Wert des Albums selbst bestimmen zu lassen, sieht der 28-jährige Ben als Chance an: „Einerseits ist es Werbung. Mehr Leute, die es sonst nicht hören würden, lassen sich darauf ein, wenn es die Möglichkeit gibt, es umsonst zu hören." Gerade ernsthafte Musikfans seien durchaus gewillt, 10 Euro für sein Album zu zahlen. "Da ich nicht mit einem Label zusammenarbeite, können sich die Leute auch sicher sein, dass viel mehr von Ihrem Geld beim Künstler hängenbleibt. Das ist für viele ein Grund dieses Modell zu unterstützen und auch mal mehr zu bezahlen.“ Auch wer einen Facebook-Post zum Album macht oder darüber twittert erhält das Album kostenfrei.

Ben Krahl schreibt und produziert seine Songs selbst. Die Tracks entstehen in Kollaboration mit Musikerinnen und Musikern; basierend auf Bens Vorproduktion wird das Songmaterial jammend vervollständigt.

Warum Bensnburner? „Bensnburner kommt von Bunsen Burner, also Bunsenbrenner. Da mich viele Bensn nennen fing ein Freund irgendwann an, mich bensnburner zu nennen. Fand ich sehr kreativ, daher hab ichs übernommen", sagt Ben.

Bensnbuner ist keine typische Band mit festen Mitgliedern - und das soll auch so bleiben. „Damit die Musik dynamisch und progressiv bleibt", sagt Ben.

Mit 14 fing Ben an, E-Bass zu lernen, machte nach der Schule eine Ausbildung an der Freiburger Jazz- & Rockschule. Seitdem arbeitet er als Berufsmusiker und Musiklehrer. Doch eine Musikkarriere wäre natürlich auch schön. "Ich hege durchaus große Ambitionen."

Konkrete Pläne für Live-Auftritte von Bensnburner gibt es noch nicht. Ob das Einmannprojekt mit Gastmusikern sich langfristig zu einem Live-Act entwickelt oder nach der Download-Aktion noch ein physischer CD-Release kommt, weiß nur Ben: „Alles Weitere wird man dann sehen.“



Mehr dazu:

 

Hier gibt's Splendom:

    [Foto: Promo/Felix Groteloh]