Nachtleben

Bekommt die "Passage 46" eine Club-Lizenz?

Joachim Röderer

Steht die Freiburger Pleitebar "Passage 46" vor einem Comeback? Baubürgermeister Martin Haag sieht eine Chance für die benötigte Änderung des Bebauungsplans.

Um das Nachtleben in Freiburg gibt es Diskussionen. Manche reden gar von einem Clubsterben. In einigen Fällen scheitert der Betrieb eines Lokals als Club oder Diskothek an den rechtlichen Vorgaben des jeweiligen Bebauungsplans, der "Vergnügungsstätten" ausschließt.


So haben im Bereich Altstadt die "Passage 46" im Theaterfoyer des Kleinen Hauses oder auch der QU-Club in Unterlinden keine "Club-Lizenz". Doch zumindest für die "Passage 46" sieht Baubürgermeister Martin Haag eine Chance, dass der Bebauungsplan geändert werden könnte.

Baurechtliche Voraussetzungen für Clublizenz lagen für "Jackson Pollock Bar" nie vor

Haag sagt, an der Stelle spreche nichts gegen einen Club-Betrieb – wenn der einzige Ein- und Ausgang weiter an der Bertoldstraße liege und der Ausgang an der Sedanstraße geschlossen bleibe. In den Foyerräumen hatte die "Jackson Pollock Bar" jahrelang einen Clubbetrieb als Geschäftsmodell.

Erst im Zuge der Debatten um die "Passage 46" war aufgefallen, dass die baurechtlichen Voraussetzungen dafür gar nie vorlagen. Ähnlich sieht es beim QU-Club im Quartier Unterlinden aus. Investor Peter Unmüßig hatte den Antrag auf eine Vergnügungsstätten-Klassifizierung im Verfahren schlichtweg vergessen.

Kritik vom Lokalverein, Lob von der IG Subkultur

Deswegen hatte der neue QU-Club die Erlaubnis für nur eine Club-Veranstaltung pro Monat. Ob auch beim QU-Club der Bebauungsplan geändert werden kann, da ist der Baubürgermeister noch skeptisch. Er will erst abwarten, bis über den Stadtteilentwicklungsplan Altstadt beraten wurde. Am heutigen Samstag eröffnet in den QU-Club-Räumen die "Infinity"-Shisha-Bar (siehe Bericht fudder). Ein Diskoabend ist rechtlich nur einmal im Monat erlaubt – Gleiches gilt für die Passage im Theater.

Gegenwind zu Bebauungsplanänderungen kommt vom Lokalverein Innenstadt. Vorsitzende Anca Rosler-Koslar spricht sich dagegen aus, dass beim QU-Club die strikten Vorgaben gelockert werden. Bei der "Passage 46" will man sich die Vorschläge der Stadtverwaltung anhören. Grundsätzlich zeigt sich die Lokalvereinsvorsitzende aber skeptisch: "Wir haben immer noch keine Lösung für die Nutzungskonflikte im öffentlichen Raum, da macht man schon wieder ein neues Fass auf."

Bürgerforum Sedanquartier schweigt bisher zum Thema

Rosler-Koslar fürchtet, dass neue Problemzonen geschaffen werden. Sie verweist darauf, dass die Altstadt viele Einwohner verloren habe, während das übrige Freiburg wachse. Das Bürgerforum Sedanquartier will sich zur Club-Lizenz für die "Passage 46" nicht äußern, erst wolle man wissen, wie es dort beim Thema Außenbestuhlung weitergehe.

Es gibt aber auch Lob für den Disko-Vorstoß des Baubürgermeisters (siehe auch: Kommentar von BZ-Redakteur Joachim Röderer). "Wir begrüßen das natürlich", sagt Valentin Heneka, Sprecher der neugegründeten IG Subkultur. "Es wäre ein wichtiges Signal für die Szenen der Stadt und ein Zeichen, dass die Stadtverwaltung das Nachtleben als Bereicherung für das kulturelle Leben sieht."

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