IT

Beim Workshop "City Hacker School" lernen Jugendliche, wie man programmiert

Elena Kolb

Am Samstag konnten 25 Jugendliche in die Welt der Bits und Bytes hinter Laptops und Smartphones hineinschnuppern. Der Workshop kommt gut an – und könnte sogar ausgebaut werden.

Spezi und Cola stehen auf dem Tisch. Allerdings hocken davor keine stummen Computer-Nerds in muffiger Kelleratmosphäre. Der Programmier-Workshop der "City Hacker School" fand am Wochenende in dem hippen Gebäude des Kreativparks Freiburg Lokhalle statt, zur Verfügung gestellt durch den Grünhof.

In den lichtdurchfluteten Sälen des alten Güterbahngebäudes tummeln sich am Samstag 25 Jugendliche zwischen 11 und 16 Jahren, die in die Welt der Bits und Bytes hinter Laptops und Smartphones schnuppern möchten.

Das Konzept kommt von der "Hacker School" aus Hamburg, Teil eines gemeinnützigen Vereins, die die Workshops in Kooperationen mit Firmen vor Ort in viele deutsche Städte bringt – mit der "LeadAgentur" und der Firma "Maexware Solutions" an diesem Wochenende zum ersten Mal auch nach Freiburg.

Dem Fachkräftemangel entgegen wirken

Sandra Grimmer von der "LeadAgentur", einem Online-Vertrieb aus Freiburg, hatte in Karlsruhe zum ersten Mal von der Idee gehört und war begeistert: "Jugendliche schon früh mit der IT-Branche in Kontakt zu bringen, ist absolut zeitgemäß und kann eventuell dem vorherrschenden Fachkräftemangel entgegenwirken", so Grimmer. Und das Angebot, das sie in Freiburg geschaffen hat, trifft einen Nerv: Die Anmeldezahlen beliefen sich auf das Doppelte der eigentlichen Plätze. Das schätzt auch Oberbürgermeister Martin Horn wert, der die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat.

Die Jugendlichen sind mit unterschiedlichen Themen beschäftigt, die von ehrenamtlichen Mitarbeitern der "LeadAgentur" und von "Maexware Solutions" vermittelt werden. Die Cousins Paul und Florian, beide zwölf Jahre alt, sitzen begeistert vor ihrem Laptop, an den eine kleine Platine mit 25 LEDs angeschlossen ist. Sie tippen einfache Befehle, deren Effekte direkt auf der Platine erkennbar sind. Mit strahlenden Augen wählen Paul und Florian eine Begleitmusik aus, die abgespielt wird, sobald das würfelförmige Gebilde geschüttelt wird.

Ein Zwölfjähriger lernt schon seit zwei Jahren eine Programmiersprache

In einem anderen Raum sitzt der ebenfalls zwölfjährige Kyrill, der bereits vor zwei Jahren anfing, sich die Programmiersprache Python selbst beizubringen. Damit baute er eine kleine Website und einen Vokabeltrainer. Gerade sitzt er an der Entwicklung eines Spiels, in dem Roboter gegeneinander kämpfen. Kyrill erzählt, dass er gern die Programmiersprache Java lernen würde, um irgendwann zum Beispiel eine App entwickeln zu können.

Die 13-jährige Ida, die gerade Befehle für den Bau einer Website eintippt, wurde von ihrer Mutter für den Workshop angemeldet, aber nun ist ihr eigenes Interesse geweckt. Sie nimmt auch an einem Schulkurs zu Robotik teil. Ida ist eins von vier Mädchen, die für den Kurs angemeldet sind. Für Sandra Grimmer ist das eine gute Quote, denn nach wie vor seien Mädchen in der IT-Branche stark unterrepräsentiert.

Eigene Gruppe für Mädchen geplant

Grimmers Idee ist es, bei einem folgenden Hacker-School-Workshop im nächsten Frühjahr insbesondere Mädchen zu fördern und eine eigene Gruppe für sie anzubieten. Eventuell gibt es dann auch Raum für eine Erwachsenengruppe, eine Gruppe für Rentner oder einen "Hackathon". Digitale Kompetenzen interessieren schließlich einen Großteil der Gesellschaft.

Im Moment muss sich Grimmer allerdings ganz analog um ein leeres Fach im Kühlschrank kümmern: Die Cola wurde von den Jung-Programmierern schon fast leergetrunken. Und was gibt’s am zweiten Hacker-School-Tag zum Mittagessen? Voraussichtlich bleibt es auch da traditionell – etwas vom Pizzalieferservice.