Beim Between the Beats Festival in Lörrach spielen Roosevelt, Romano und Von Wegen Lisbeth

Tamara Keller

Den 7. und 8. April sollten sich Musikfans dick im Kalender anstreichen: Dann spielen Bands wie Von Wegen Lisbeth und Roosevelt bei der fünften Ausgabe des Between The Beats Festivals in Lörrach.

Die Geräusche des Alltags, von Schlager über Metal zu Rap oder Songtexte die Geschichten erzählen: Vielseitigkeit und gute Indiemusik stehen für das Between the Beats Festival in Lörrach. Dieses Jahr findet es bereits zum fünften Mal im Burghof statt.


Zum zweiten Mal geht es am zweiten Tag im SAK noch weiter. Wer alles spielt, was ihr zu den Bands wissen müsst und warum Spon-Kolumnist Jan Fleischhauer von einer Band gar nicht begeistert ist, erfahrt ihr hier:

Freitag, 7. April 2017

Roosevelt, 23.15 Uhr

Anfang März tourte er noch durch England, im Juni geht es nach Amerika und zwischendurch ist mal Platz für eine ausgiebige Tour in seiner Heimat, Deutschland: Marius Lauber, besser bekannt als Roosevelt, beschreibt sich selbst als Multiinstrumentalist, Produzent, Sänger und Songwriter. Zuhause ist er in Köln, das in den 90er Jahren als Zentrum der elektronischen Musik galt: "Der Kölner Sound ist zurückhaltender als dieses hedonistische Ding in Berlin, das gefällt mir," sagt Lauber dem Magazin Musikexpress. Seine Musik ist eine Balance zwischen Wehmut und Wirklichkeitsflucht. Der Sound erinnert an die Westküstendiscos der 1970er und den britischen Pop der 80er gemischt mit neuen Rhythmus-Gerüsten. Sein Debütalbum Roosevelt erschien beim Greco-Roman-Label von Hot-Chip-Gründer Joe Goddard. Lauber hat es alleine eingespielt, zum Between the Beats Festival bringt er aber seine Liveband mit.



Nihils, 20 Uhr

Musik aus Österreich ist wieder In: Das haben sowohl Bilderbuch als auch Wanda in den letzten Jahren bewiesen. Ist Nihils vielleicht die nächste österreichische Band, die in Deutschland Erfolg haben wird? Die aus Waidring bei Tirol stammende Gruppe klingt aber anders als ihre österreichischen Kollegen: Kategorie Elektropop. Einen ersten Erfolg konnten die drei Österreicher schon mit ihrem Hit "Help our Souls" verzeichnen, der als Urban Contact Remix, nicht nur gute Laune macht, sondern es auch in die Österreichischen Charts schaffte.



Romano, 20.55 Uhr
Er hat mal aus Spaß Schlager gesungen, jetzt rappt er über Metallkutten und Berlin-Köpenick. "Jede Szene hat seine Vorschriften und seine Regeln. Ich habe keine Lust, mich an diese Regeln zu halten", sagt Romano, der mit bürgerlichem Namen Roman Geike heißt. Dass es für ihn keine Grenzen gibt, spiegelt sich auf seinem ersten Rap-Album "Jenseits von Köpenick" wieder: Der Sprechgesang wird mal mit Metal, mal mit Schlager gemischt. Aber auch in Sachen Stil ist Romano ein bunter Vogel: Mit seinen zwei blond geflochtenen Zöpfen und einer auffälligen gold-glitzernden Collegejacke erkennt ihn auf der Straße vermutlich jeder.



Clock Opera, 22.15 Uhr

Das Surren einer Tattoonadel, der Krach den eine Waschmaschine macht und das Rauschen eines Gasherdes : Es sind die Geräusche des Alltags, die die vierköpfige Band Clock Opera neben Gitarre, Bass, Kalvier und Schlagzeug in ihre Musik miteinfließen lassen. Dahinter steckt der Kopf der Londoner Indierock-Band Guy Connelly. Er beginnt beim Songschreiben meistens mit Instrumentalmusik und eingefangenen Geräuschen, die er dann schneidet und zu Samples verarbeitet. Der Text wird als letztes Element dazu geschrieben. Die Band erhielt weltweit viel Beachtung für Remixe wie Metronomy, Feist oder The Drums. Ihr erstes Album "Ways to Forget" erschien 2012. Seit dem 10. Februar ist zudem das zweite Album "Venn" auf dem Markt, welches über Crowdfunding finanziert wurde.


Vorverkauf: Einzeltickets für den Freitag sowie Festivaltickets gibt es online unter bz-ticket.de/kartenoder Tel. 0761 / 496-8888 und bei allen BZ-Geschäftsstellen.

Samstag, 8. April 2017, Im Burghof

Von Spar, 20 Uhr
2003 gründeten Sebastian Blume, Jan Philipp Janzen, Christopher Marquez und Philipp Tielsch die Band Von Spar. Psychedelischer Electropunk mit Indie-Rock-Elementen, ein bisschen Soul oder aber auch Songs die an den Krautrock der 70er Jahre erinnern: Bei der Kölner Band kommt alles immer anders als es der Hörer erwartet. "Kulturelles Vorwärts-Recycling" nennt das Spex-Magazin das. So lassen von Spar ihren Softpop auch gerne mal in Saxofonschleifen auslaufen. Am Between the Beats Festival werden sie begleitet von der Hamburger Sängerin Ada. Eines steht fest: Für von Spar muss auf jeden Fall die Discokugel her!



Von Wegen Lisbeth, 21.20 Uhr
Für "Freigetränke", "Becks Ice" und "Milchschaum" ist gesorgt. Dazu wird "Sushi" serviert –
in einer Sache ist Von Wegen Lisbeth ein bisschen Klischee: Von der 2006 gegründeten Schülerpunkband "Fluchtweg" zum Durchbruch 2016 in der Indie-Pop-Maschinerie mit dem ersten Album "Grande". Aber das war’s dann auch mit Mainstream: Oder habt ihr schon mal eine Triangel auf der Bühne gesehen? Daneben sorgt die fünfköpfige Band aus Berlin mit Glockenspiel, Xylophon und Steel Drum für einen unvergleichlichen Sound. Wer nach Poesie sucht, sucht vergeblich: "Das ist nice!" Ihre Texte behandeln mit Ironie und Melancholie das, was die sogenannte Generation Y bewegt: Was fange ich mit meinem Leben an? Wie stelle ich es möglichst prima in den sozialen Netzwerken zur Schau? Wie funktioniert Liebe trotz Beziehungsunfähigkeit? Spon-Kolumnist Jan Fleischhauer sagt: Das kann man sich nicht anhören. Wir sagen: Der ist nur beleidigt wegen dem Voldemort-Merkel-Vergleich – hingehen!


Vorverkauf: Einzeltickets für den Samstag sowie Festivaltickets gibt es online unter bz-ticket.de/karten oder Tel. 0761 / 496-8888 und bei allen BZ-Geschäftsstellen.

Samstag, 8. April, Im SAK (Altes Wasserwerk)

Kafkas, 22:40 Uhr
Der Name legt die Latte ganz schön hoch: Tatsächlich sind die Texte Kafkas aber viel einfacher zu verstehen als die des Schriftstellers, der ähnlich heißt und den die Germanistik zu ihrem Wunderkind erkoren hat. Die Band betitelt sich selbst als die "Münchener Freiheit des Punkrocks" und die Domain zu ihrer Website trägt den Namen sklavenautomat.de – Humor ist vorhanden. Kafkas wurden 1995 in Fulda gegründet. Sie kombinieren Rock, Pop und Punk mit Elektroelementen und klingen dabei wie eine Mischung aus Kettcar und Falco.



Faber, 23.50 Uhr
Bei einem Konzert der Schweizer Band "Stiller Has" 2013 entdeckte der 20-Jährige Sophie Hunger im Publikum. Er sprach sie an und fragte, ob ihr etwas Vorsingen könne. Vier Monate später stand Faber zum ersten Mal auf der Bühne – als Vorband von Sophie Hunger. Die Heimat des Singer-Songwriters ist die Stadt "Züri", über die er auch ein Lied geschrieben hat, es schmeichelt der Stadt am See aber nicht: "In dir ist immer Montagmorgen". Faber erzählt mit seinen Texten gerne Geschichten mal unbequem, mal melancholisch-moralisch. Das, plus ein paar Posaunen- und Gitarrenklänge braucht es zu der markanten, rauen Stimme dann auch nicht mehr.


Vorverkauf: Einzeltickets für den Samstag sowie Festivaltickets gibt es online unter bz-ticket.de/karten oder Tel. 0761 / 496-8888 und bei allen BZ-Geschäftsstellen.