Bei Trübys daheim gibts Kutteln

Johanna Schoener

Das Faible von Rainer Trüby für die Kombi Wein und Musik kennt man von seinen "Beats and Öxle"-Partys im Waldsee. Mit Jazzanova serviert er nun in Kochbuchform auch badische "Bites" dazu. Essen scheint Trübys dritte Leidenschaft zu sein, denn die Sorge darum hält ihn sogar manchmal vom Schlafen ab, wie er im Interview erzählt.



„Beats, Bites & Öxle“ ist dreierlei: Kochbuch, Weinführer und CD. Sechs Weingüter in Baden-Württemberg präsentieren zwei ihrer Weine, regionale Familienrezepte und Restaurant-Spezialitäten. Rainer Trüby und Jazzanova haben dazu passende Musik ausgesucht. 


Rainer, ist „Beats, Bites & Öxle“ eher etwas für Feinschmecker oder für Musikkenner?

Eigentlich für beide. Es ist einfach ein Komplettpaket für Musikliebhaber, für Feinschmecker und für Weintrinker. Das passt ja auch alles zusammen: ein gutes Essen, eine ruhige, schöne CD und ein bisschen Wein. Am Besten legt man die CD ein, sucht sich ein Rezept aus, geht auf den Markt und köchelt dann. Im allerbesten Fall macht man dazu noch den passenden, vorgeschlagenen Wein auf. 

Also ist das Ganze wirklich als Anleitung zu verstehen?

Genau. Aber man kann natürlich auch einfach nur die CD hören, ein bisschen im Kochbuch stöbern und nach Inspiration suchen.

Gehören Wein, Essen und Musik zu einem gelungenen Abend?

Das finde ich schon. Ich selbst mache gern Kochabende mit Freunden zu Hause.

Kochst du dann selbst?

Ja. Seit ich einen Sohn habe – also in den letzten fünfeinhalb Jahren – hat sich das Thema Essen mehr vom Restaurant in die Küche nach Hause verlagert. Jetzt macht es mir Spaß, in Kochbüchern zu schmökern und dort Anregungen zu suchen und dann auf den Markt zu gehen. Wenn ich nicht weiß, was ich am nächsten Tag koche, schlafe ich immer schlecht ein in der Nacht vorher. 

Aber für Kinder macht man doch oft eher einfache, praktische Gerichte, oder? Lässt dein Sohn sich auch auf Experimente ein?

Also gestern hat er Kutteln bekommen, nach florentinischer Art. Auf Badisch heißt das glaube ich Sulz. Das hat er ganz gerne gegessen. Er macht da schon mit. Aber es gibt auch Sachen, die er nicht mag. Sardellen und Oliven zum Beispiel.

Hast Du die Rezepte eures Buchs selbst alle schon gekocht?

Ich muss gestehen, ich habe noch kein Einziges nachgekocht. Zwei wurden aber bei der Presseparty in Berlin von einem Koch zubereitet und die sind beide sehr gelungen. In den nächsten Wochen werde ich das auf jeden Fall nachholen und alle nacheinander mal ausprobieren. Es sind insgesamt zwölf Stück.

Weißt du schon, wie dein Weihnachtsmenü essens- und musiktechnisch aussieht?

An Weihnachten gehe ich wahrscheinlich zu meinen Eltern. Da gibt’s immer klassisch den Rehbraten. Da habe ich keinen Einfluss drauf. Um die Musik kümmere ich mich durchaus. Auch wenn meine Eltern schon ein bisschen älter sind und die Weihnachtsmusik erstmal klassisch bleibt – ein bisschen Jazz machen sie auch mit.



Mehr dazu:

Das Kochbuch kann auf der Homepage von Sonar Kollektiv bestellt werden. Außerdem möglich: die Bestellung des Gesamtpakets inklusive der vorgeschlagenen Weine. "Nur die Kochzutaten werden nicht geliefert", sagt Rainer Trüby.