Open-Air-Saison

Bei Iron-Maiden-Konzert in Freiburg klappte auch das Drumherum

Joachim Röderer

Ohne Komplikationen verlief das Konzert von Iron Maiden auf dem Gelände der Freiburger Messe. Mehr als 30.000 Fans waren mit dabei. Für die Veranstaltung gab es Auflagen zu Lärmwerten und Verkehrsführung.

Endlich hat mal wieder eine Band von Weltruf in Freiburg Station gemacht. Es war ein schwarzer Abend für die Stadt, aber nur wenn man auf die vorherrschende Farbe der T-Shirts schaute. 30.000 begeisterte Fans haben am Samstagabend auf dem ausverkauften Freigelände der Messe den Auftritt der legendären britischen Heavy-Metal-Band Iron Maiden gefeiert. Die Großveranstaltung verlief reibungslos, auch bei der An- und Abreise der Konzertbesucher gab es keine Probleme. Der Bürgerverein Mooswald zeigte sich ebenfalls zufrieden.


Die Heavy-Metal-Fans sind teils von weither angereist, um live in Freiburg dabei zu sein. Viele ihnen sind schon den ganzen Tag über in der Stadt unterwegs – leicht zu erkennen an eben den schwarzen Shirts mit dem Band-Logo. Von 16 Uhr an füllt sich das Messegelände. Die Freiburger Verkehrs-AG setzt zusätzliche Straßenbahnen ein. Gegen 20 Uhr hat sich der Platz gefüllt.

Tom (50) aus Montabaur und Joe (48) aus Limburg haben das Konzert mit einem zweitägigen Freiburg-Besuch verbunden. Sie sind begeistert von der Stadt und freuen sich auf Iron Maiden. "Die dreistimmigen Gitarren, der unverwechselbare Bassstil, der unverwechselbare Gesang von Bruce Dickinson – soll ich noch mehr aufzählen?" fragt Tom. Und Joe fügt hinzu: "Ich hab Iron Maiden schon gehört, als ich zwölf Jahre halt war, und ich höre sie heute immer noch. Ich werde sie noch hören, wenn ich im Seniorenheim wohne."

Gegen 20.45 Uhr legen die nicht mehr so ganz jungen Männer von Iron Maiden auf der Bühne los. Zu dem Zeitpunkt sitzen rund 200 Metal-Freundinnen und -Freunde gemütlich auf der Wiese vor der Technischen Fakultät. Der Sound ist auch hier super. Wer Bruce Dickinson sehen will, muss auf einen der Poller klettern, welche die Wiese vom Fahrradweg trennen. Die meisten Fans liegen aber gemütlich auf den Picknickdecken und lassen sich ihr Bierchen schmecken. Eine Gruppe von Studenten hat sogar ein Zweiersofa mitgebracht. Noch bessere Logenplätze gibt es gegenüber in den oberen Stockwerken des Solar-Info-Centers, wo viele Zuhörer in den offenen Fenstern stehen.

Auf dem Flugplatz parken Hunderte von Autos und jede Menge Wohnmobile. Das Konzert konnte überhaupt nur stattfinden, weil die Start- und Landebahn an diesem Tag gesperrt blieb und damit die nötigen Parkflächen vorgehalten werden konnten. Aber auch als Flugplatz war der Flugplatz gefordert: Bruce Dickinson, der Sänger von Iron Maiden, ist zwei Tage vor dem Konzert hier mit seiner eigenen Maschine gelandet, quasi direkt neben der Bühne. Während des Konzerts hält der passionierte Flieger Dickinson zum Dank ein eindringliches Plädoyer für den Erhalt des Freiburger Flugplatzes.

Die Temperaturen sind auch am Samstagabend noch sommerlich warm. Ähnlich wie am Abend davor, als Max Giesinger und Sunrise Avenue vor rund 6000 Fans auftraten. Insgesamt muss das Rote Kreuz 200 Konzertbesucher versorgen. Vor allem am Samstag gibt es viel Arbeit. Vorwiegend handelt es sich um Erschöpfungszustände, so DRK-Sprecher Matthias Reinbold. Sieben Menschen müssen ins Krankenhaus gebracht werden.

"Am Freitagabend hatte es mehrere Beschwerden wegen der Lautstärke gegeben, am Samstag dann nicht mehr" Ulrich von Kirchbach
"Am Freitagabend hatte es mehrere Beschwerden wegen der Lautstärke gegeben, am Samstag dann nicht mehr", berichtet der Erste Bürgermeister Ulrich von Kirchbach. Alles sei in Ordnung gewesen, sagt auch Ernst Lavori vom Bürgerverein Mooswald: "Kein Vergleich zu den Toten Hosen damals." Besser als damals klappt auch die Getränkeversorgung auf dem Gelände, auch wenn Fans am Tag danach in den sozialen Netzwerken noch lange Wartezeiten monieren. "Dass es bei so einem großen Andrang mal ruckelt, bleibt nicht aus", erklärt Veranstalter Marc Oßwald von Vaddi Concerts. Auch seine Bilanz fällt positiv aus: "Freiburg tut so etwas gut", findet Oßwald.

Iron Maiden hat nicht nur die Messe gerockt, sondern vorab im Möslestadion auch Fußball gespielt – gegen ein Team des SC Freiburg. Bassist Steve Harris, alter West-Ham-United-Fan, hat 90 Minuten durchgespielt. Am Ende gab es für ihn und seine Kollegen ein SC-Trikot mit der aufgedruckten 666. The Number of the Beast.