Bei Google Maps gibt's jetzt das größte Freiburger Public Viewing als 360-Grad-Panoramen

Manuel Lorenz

Freiburgs Straßen kann man sich bei Google Maps schon lange anschauen. Dass man dort jetzt auch das größte Public Viewing der Stadt sehen kann, samt Schland-Fans und Bierständen, ist ein Novum. Wer dahinter steckt und wie die Panoramen entstanden sind:



Ein Dreißigjähriger mit Schland-Tröte passiert gebeugten Hauptes die riesige Bierwerbung, ein anderer - grünes Trikot, schwarz-rot-goldfarbene Armbinde - fässt sich an den Kopf, ein in Deutschlandflagge gehülltes Mädchen in Hotpants steht neben ihrer Freundin und telefoniert.


Die Freiburger Public-Viewing Panoramen von Andreas Braun versammeln zig solcher zufälliger Momentaufnahmen. Geschossen hat der 51-jährige Hochdorfer eine Stunde vor Anpfiff des Fußball-WM-Spiels Deutschland gegen Portugal auf dem Strabag-Gelände, der größten Fanmeile der Stadt. "Wenn der ganze Platz voll ist, kann ich nichts einfangen", sagt Braun. Beim nächsten Mal würde er es aber dennoch eine Stunde nach Anpfiff versuchen - "wegen den Emotionen".

Eigentlich ist Braun selbstständiger Unternehmer im Bereich Software und App-Entwicklung. Immer wichtiger werden für ihn aber auch Event- und Pressefotos - und ist seit Anfang des Jahres zertifizierter Google-(Business-)Fotograf. Deshalb konnte er die zehn miteinander verknüpften 360-Grad-Panoramen auch ohne Weiteres bei Google Maps reinstellen.

Eine halbe Stunde lang war Braun für die Panoramen vor Ort. Jedes von ihnen besteht aus vier Bildern, die er mit seiner Nikon D5200 durch ein Fischaugenobjektiv geschossen hat. Die Nachbearbeitung hat noch einmal einen halben Tag in Anspruch genommen. Dazu gehört auch das Wegretuschieren des Stativs.

Von Panorama-Apps hält er nichts

Die Public-Viewing-Panoramen sind weder die ersten, noch die einzigen, die Braun erstellt hat. Angefangen hat er mit Panoramen auf dem Freiburger Flugplatz beim Tag der Offenen Tür Anfang Juni. Kurz danach fotografierte er den Triathlon im Seepark beim Landesturnfest, woraus circa 20 Panoramen entstanden. Zuvor hatte er schon verschiedene Restaurants, Büros und sogar eine Zahnarztpraxis mit seinen Rundumbildern virtuell begehbar gemacht.

Worauf Braun achtet: dass die Panoramen gut gestitcht sind - so nennt man das Zusammenfügen mehrerer Aufnahmen zu einem einzelnen Bild. "Das ist viel Handarbeit", sagt Braun. Außerdem setzt er unter anderem HDR-Technologie ein und schießt also jedes Bild dreimal, jeweils mit einer anderen Belichtung. Dadurch braucht er keine Fremdbelichtungsquellen und kann die Atmosphäre besser einfangen. Von Panorama-Apps hält er nichts.

Als nächstes würde Braun gerne ein Panorama von der Gerichtslaube anfertigen. "Die sieht man normalerweise ja nie von Innen", sagt er. "Das könnte Touristen interessieren". Und vielleicht, so hofft Braun, auch das Freiburger Stadtmarketing.



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