Bei gefälschtem Schülerausweis droht der Knast

Bianca Fritz

Sich mit dem Ausweis der besten Freundin in die Disko zu schummeln, oder das Geburtsjahr im Schülerausweis zu überschreiben, das sind Straftaten, sagt Emil Roth, Pressesprecher der Polizei Offenburg. Bianca Fritz sprach mit ihm.



Der Schülerausweis ist kein amtliches Ausweisdokument. Blühen mir trotzdem Strafen, wenn ich ihn zu fälschen versuche?

Ja, da er von vielen Menschen bei Kontrollen wie ein offizieller Ausweis akzeptiert und von dem Inhaber auch oftmals so verwendet wird. In der Disko zum Beispiel oder an der Verkaufstheke eines Lebensmittelhändlers. Egal ob sie nur eine Zahl überschreiben, oder die Unterschrift des Rektors fälschen – all das gilt als Urkundenfälschung. Wenn der Jugendliche dann versucht in die Diskothek oder an Alkohol und Zigaretten zu kommen, ist das Täuschung im Rechtsverkehr. In schweren Fällen drohen eine Geldstrafe oder bis zu fünf Jahren Haft.



Und wenn ich mir nur einen Ausweis einer älteren Freundin ausleihe?

Dann ist das Missbrauch von Ausweispapieren, der mit Geldstrafen oder einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden kann. Außerdem kann der Ausweisinhaber bestraft werden, da er beim Missbrauch geholfen hat.



Liegt es am verschärften Jugendschutzgesetz, dass in den vergangen Monaten so viele Betrugsversuche gab?

Nein, das glaube ich nicht. Ich denke es liegt einfach daran, dass Jugendliche gerne Dinge tun würden, die sie noch nicht dürfen und etwas skrupelloser geworden sind, was die Mittel angeht. Ich wäre auch gerne schon mit 16 in Filme ab 18 gegangen und habe mich gefreut, wenn ich unkontrolliert hinein gelassen wurde. Aber die Gesetze haben ihren Sinn – und Schmus mit Ausweispapieren ist kein Kavaliersdelikt.