Bei Freiburger Geschäften mit diesem Aufkleber kannst Du kostenlos Wasser auffüllen

Anna-Lena Gröner

Das Projekt Refill Freiburg ist erst wenige Wochen alt. Doch schon an einigen Geschäften klebt der Aufkleber mit dem blauweißen Wassertropfen. Was es damit auf sich hat? fudder hat mit der Projektleiterin Louisa Mittmann gesprochen.

Louisa, was ist Refill und wo hat das Projekt seine Wurzeln?

Louisa: Die Initiative kommt aus Bristol in England. Dort ist sie bereits 2015 gestartet und man wollte damit vor allem eine Praxis entwickeln, um plastikfreier leben zu können. So hat es sich in Bristol entwickelt, dass Läden und Kaffees die blauen Refill-Aufkleber bekommen haben, um damit kenntlich zu machen, dass man dort kostenfrei Leitungswasser erhalten kann.

Welche Läden machen bisher in Freiburg mit?

Das FreundSaftCafé, das Tago Mago, die Glaskiste, das Café POW, der Bioladen Solaris und ein Geschäft in March-Hugstetten sind bisher dabei. Aber es kann selbstverständlich jeder mitmachen, der seinen Wasserhahn in Freiburg und der Region zur Verfügung stellt. Das ist das Ziel. Über unsere Website sieht man, welche Läden eingetragen sind.

Außerdem habe ich begonnen, Trinkwasserbrunnen mit aufzuführen. Dort bekommt man Tag und Nacht frisches Wasser. Aktuell gibt es zum Beispiel einen neuen am Platz der alten Synagoge. Ich glaube, es gibt noch weitere in Freiburg, aber die muss ich erst ausfindig machen. Man darf mir gerne schreiben, wenn man weiß, wo es solche Trinkwasserbrunnen gibt.

Gibt es Regeln, die man als Nutzer von Refill beachten muss?

Es gibt keine bestimmte Regel und ist ganz einfach erklärt: Habe deine Trinkflasche dabei, schütze unsere Umwelt, trink genug Wasser, lebe gesund, spare Geld.

Müssen die Läden vorher die Qualität ihres Leitungswassers nachweisen?

Nein, die ist in Freiburg grundsätzlich gut und wird in der Regel strenger überprüft als das Wasser, das man im Laden kaufen kann. Hier werden übrigens in Deutschland jährlich etwa 11,5 Milliarden Liter normales Trinkwasser für viel Geld verkauft, das meiste davon in Plastikflaschen.

Wie bist Du zu Refill Freiburg gekommen?

Ich habe vor etwa vier Wochen über Facebook von Refill Deutschland erfahren und habe mir daraufhin die Kampagne genauer angeschaut. Auf der Deutschlandkarte, auf der alle Refill-Stationen gelistet sind, habe ich gesehen, dass es im Südwesten von Deutschland ein großes Loch gibt. Ich dachte mir, wo, wenn nicht in Freiburg? Also habe ich es einfach in die Hand genommen und wurde eingeladen mitzumachen. Anschließend habe ich losgelegt, Sticker bestellt und die ersten Läden angesprochen.

Was machst Du eigentlich?

Ich habe Umweltwissenschaften studiert und arbeite momentan in verschiedenen sozial-ökologischen Projekten im Projektmanagement mit. Das Nachhaltigkeitsthema liegt mir sehr am Herzen und ich bin auch bei Foodsharing Freiburg sehr aktiv. Das Projekt Refill ist für mich eine spannende Verbindung zwischen der Reduzierung von Plastikmüll und der Förderung von Leitungswasser.

Wie geht es mit Refill Freiburg weiter?

Ich baue das jetzt langsam auf. Gerade habe ich einen Kurs zum Thema Öffentlichkeitsarbeit in den sozialen Medien belegt und dadurch ein paar Leute gewinnen können, die mich unterstützen. Dadurch erhoffen wir uns, weitere Unternehmen zu gewinnen, Menschen anzusprechen, die Refill nutzen sowie eine Gruppe aufzubauen, die in den sozialen Netzwerken interagieren und sich mit dem Thema beschäftigen.

Wie kann ich als Laden bei diesem Projekt mitmachen?

Ganz einfach über die Kontaktadresse einen Sticker anfordern und diesen sichtbar in sein Schaufenster kleben. Anschließend schickt man mir am besten ein Foto mit der Kontaktadresse und den Öffnungszeiten, damit ich die Daten in die Refill Freiburg Karte einpflegen kann. Bisher bringe ich die Aufkleber persönlich, aber es gibt auch die Idee Verteilstationen einzurichten, bei denen man sie sich abholen kann.

Mehr zum Thema: