Bei der Schweizer Bundesbahn hält man Freiburg für eine Partymetropole

Carolin Buchheim

"23 CHF - Jetzt günstig nach Freiburg im Breisgau" wirbt die Schweizer Bundesbahn (SBB) zur Zeit für ermäßigte Tickets für Reisen in unsere beschauliche Stadt. Das Plakat zeigt eine Gruppe Sakko und Taucheranzug (!) tragender Endzwanziger mit Plastik-Hawaiiketten um die Hälse. Der Slogan: "Unser Hangover." Freiburg, heimliche Hochburg Schweizerischer Junggesellenabschiede?



Marodierende Schweizer Junggesellenabschiede
mit Hawaiiketten, Taucheranzügen und Schwimmflossen sind dabei weder dem Nightlife-Guru noch dem Rest der fudder-Redaktion in Freiburg bisher aufgefallen - weder im Bermudadreieck, noch im Kagan oder Crash.


Dabei wäre es ja nicht verwunderlich, wenn sie denn kommen würden, die sakkotragendenden Nachtlebenhungrigen Junggesellenabschiedsparty-Schweizer. Nicht, weil das Partyleben in Freiburg besser wäre als in ihrer Heimat: es ist ja vorallem billiger.

Springt die Preisgestaltung der Getränkedreifaltigkeit Bier/Wein/Longdrinks in Schweizer Clubs oft in Fünf-Franken-Schritten (5/10/15 CHF) sind das in Freiburg Euro (4/5/6). Vielleicht sollte die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) über eine Werbekampagne in der Schweiz mit dem Slogan "Freiburg: Mehr Fete für den Franken!" nachdenken.

Bernd Dallmann, Geschäftsführer der FWTM, scheint über das Motiv der SBB-Werbung übrigens wenig amüsiert: "Das ist nicht das, was wir uns für Freiburg vorstellen."

Neben günstigen Tickets nach Freiburg hat die SBB aktuell übrigens noch weitere internationale Tickets im Angebote, die auch mit Klischees bedacht werden: ein älteres Paar fährt zur Hochkultur nach Salzburg  ("Unsere Ouvertüre"), zwei Frauen mit Einkaufstüten zum Shopping nach Mailand ("Unsere Souvenirs") und ein junges Paar nach Paris ("Unser erstes Mal").

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[Foto: fudder-User John Gled]