Bei der Freiburger ArtNight malen Hobby-Künstlerinnen und -Künstler eigene Bilder

Simona Eftimova

Kreativ sein, Spaß haben und Menschen treffen: Bei der Freiburger ArtNight können Teilnehmer und Teilnehmerinnen in ungezwungener Atmosphäre ihre künstlerische Ader ausleben.

"Und keine Scheu, Fragen zu stellen", sagt Anne Buttenhauser, die Leiterin von der Freiburger ArtNight, nach ihrer kurzen Einleitung zum Ablauf des Abends. Sie erklärt, was die ArtNight genau ist und welches Ziel heute vor uns liegt: Den berühmten Löwe aus der Vox Gründershow "Die Höhle der Löwen" selber kreativ zu malen.


Dafür ist der kleine Raum im Café Hermann zu einem Künstleratelier geworden – weiße Papiertischdecken und kleine Stafeleien auf den Tischen, schwarze Schürzen auf jedem Stuhl und natürlich die nötigen Werkzeuge – Bleistifte, Pinsel und Spachtel, liegen neben einem Becher mit Wasser.

Atmosphäre wie im eigenen Wohnzimmer

Neben Anne, ganz zentral im Raum, guckt uns von einer Stafelei ihr bunt gemalter Löwe an, der zur Orientierung für unsere eigene Kunstwerke dienen soll. Ob sie auch so gut sein werden, kann man nur hoffen. "In jedem Mensch steckt ein Künstler", lautet Annes Antwort auf die misstrauischen Blicke. "Und das Wichtigste ist, einfach Spaß zu haben." Daran gibt es keinen Zweifel.

Die freudige Atmosphäre ist sofort zu spüren. Obwohl man sich nicht kennt, kommt man sehr schnell in ein lockeres Gespräch und irgendwann fühlt man sich wie im eigenen Wohnzimmer. Mit Tee oder Sekt in der Hand ist die Gruppe von 21 Frauen und einem Mann bereit, den Künstler in sich zu entdecken.

Die ArtNight gibt es in 28 Städten

Das Zusammenbringen von Kunst und Menschen ist das Konzept von der ArtNight. Die Idee ist, Spaß an Kreativität zu haben und mit von den Künstlern vermittelten Techniken ein richtiges Kunststück auf die Leinwand zu bringen. Die Künstlerin Anne Buttenhauser leitet die Abende in Freiburg erst seit Januar diesen Jahres, aber freut sich schon über die große Popularität ihrer Veranstaltungen.

Die ArtNight gibt es in Deutschland bereits seit 2016 in insgesamt 28 Städten – jedes Mal in einer neuen Lokalität und mit einem neuen Motiv. Verschiedene Künstler leiten die improvisierten Unterrichte und helfen den Teilnehmern mit Tipps, die gewünschten Bilder zu schaffen.

Neugierige Zuschauer gucken durchs Fenster

Bevor man aber zu den Pinseln zugreifen kann, muss man zuerst die Konturen des Löwen mit einem Bleistift auf der Leinwand zeichnen. Zum Glück gibt es einen Trick, das einfacher zu machen – man steckt die Vorlage auf die Hinterseite der Leinwand und mit Hilfe eines kleinen Lichts erscheinen die Konturen ganz klar auf der weißen Leinwand. "Ihr könnt es entweder mit oder ohne Vorlage machen. Da seid ihr komplett frei." Ganz frei haben wir uns alle für die Vorlage entschieden und dann etwas Zeit gebraucht, um sie schön glatt einzustecken. Wichtig ist, nicht zu vergessen, danach die Vorlage abzumachen – man darf ja keine Beweise hinterlassen.

Durch das große Fenster gucken neugierige Fußgänger, wie wir lachend das Löwenmaul skizzieren und dann rumlaufen, um Ideen zu klauen oder Inspiration zu finden, wenn man es so nennen mag.

Tatsächlich ist es einfacher, als man es sich vorstellt. Auch für diejenigen, die kein malerisches Talent haben. Eine Stunde später sind wir schon beim Farbenmischen und überlegen, wo wir Schatten im Gesicht des Löwen machen wollen. Die 31-jährige Alea nimmt schon zum zweiten Mal an der ArtNight teil und findet es perfekt für Leute, die nichts mit Malen oder Kunst zu tun haben: "Hier muss man nichts können. Es ist super für Anfänger." Flora aus Freiburg (26) gefällt vor allem die Möglichkeit, beim Malen viel Neues ausprobieren zu können und Spaß daran zu haben, ohne unbedingt ein moderner Picasso zu sein.

20 komplett unterschiedliche Bilder

Mit Anweisungen von den Künstlerinnen und ab und zu einem "Wow, du bist aber kreativ!" haben am Ende alle ihre einzigartige Löwen gemalt. Neben dem wilden Löwen mit natürlichen Farbtönen sieht man einen expressionistischen in Grün und Schwarz und dazu den streetartmäßigen in Neonrosa mit einem gelblichen Maul. Laut Anne ist das das Spannende an der Veranstaltung – am Ende entstehen 20 komplett unterschiedlich von einander Bilder. "Es kommt auf die Person auf, die es malt."
Die nächste ArtNight findet am 18. März im Restaurant Légère unter dem Motto "Paint like Banksy" statt. Tickets für die Veranstaltung kann man online unter www.artnight.com buchen. Preis: 34 Euro.

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