Beet2go: Garten-Idyll im Gewerbegebiet

Anna-Lena Zehendner

In New York gibt es mitten in Manhatten die "Urban Farm" - ein 4000 Quadratmeter großer Gemüsegarten. In Berlin können die Einwohner ihr frisches Gemüse seit vier Jahren im Prinzessinnengarten ernten. Und in Freiburg gibt es seit einem Jahr das Beet2go - eine grüne Oase mitten im Gewerbegebiet Süd.



Salatköpfe wachsen aus alten Kisten, Tomaten hangeln schon bald aus alten Reissäcken empor, aus einer Regentonne wachsen wilde Erdbeeren und eine alte Kühlschrankschublade dient als Kräuterbeet. Das grüne Recycling-Gartenparadies gehört Roland Kälble und ist für alle da.


„Die Idee für das Beet2go kam uns vor zwei Jahren, als wir eine Reportage über die Prinzessinnengärten in Berlin gesehen haben", sagt der 36-Jährige. Gemeinsam mit seiner Freundin Eva Huber kümmert er sich seit gut einem Jahr um den urbanen Garten. Das Grundstück gehört seiner Familie - hier kann sich Roland so richtig austoben.

Bei Beet2go wird saisonales Gemüse in mobilen und recycelten Gefäßen angebaut. Ein Gewächshaus gibt es hier nicht. Besucher des Gartens können entweder ihr gewünschtes Bio-Gemüse selber ernten oder aber eine komplette Pflanze im Topf erwerben. Bei den meisten geernteten Pflanzen, bestimmt das Gewicht den Kaufpreis.

„Der Anreiz für das Beet2go war das Anpflanzen in  Gefäßen in der Stadt, ohne Acker und festes Beet, einfach dieses urbane Gärtnern", sagt Roland Kälble zufrieden. Dazu gehört Wissen und etwas Kreativität. Immer wieder lässt sich der ehemalige Rettungsdienstler etwas neues einfallen, um ein neues Beet zu basteln.

Die Erde bekommt der Beet2go-Gärtner von der Firma Remondis. „Das sind die, die unsere Biotonne kompostieren", sagt Roland. Also auch hier bleibt der Kreislauf des Recyclings erhalten. Gegossen wird - sofern es das Wetter zulässt - ausschließlich mit Regenwasser. Die Setzlinge ziehen Eva und Roland größtenteils selber in kleinen Aufzuchtschalen oder Frühbeeten auf. Und der Garten wächst: „Angefangen haben wir mit 260 Beeten, dabei zählt jeder Eimer und jede Kiste als einzelnes Beet", erklärt der 36-Jährige. „Am Wochenende habe ich mit meinem Sohn wieder gezählt und mittlerweile sind wir bei 393."

Mit großer Leidenschaft sind die beiden in ihrem öffentlichen Garten dabei. Roland Kälble kennt die Gartenarbeit und die Pflanzenwelt seit seiner Kindheit. Sein Opa war Gärtner und  zu Hause hatte die Familie immer einen eigenen Garten. Aber lohnt sich denn der ganze Aufwand? „Es läuft inzwischen ganz gut an, aber wir gehen zusätzlich auch auf Märkte", sagt Roland. „Am Mittwochnachmittag sind wir mit den Topfpflanzen auf dem Vaubanmarkt und alle 14 Tage, am Samstag, in der Fabrik beim Vorderhaus."

Damit jedoch in Zukunft noch mehr Menschen die versteckte Oase im Gewerbegebiet Süd finden und kennenlernen, veranstalten Roland und Eva am Samstag einen „Urbanen Pflanzen-Nachmittag". Hier wird den Interessierten der Garten und das Konzept genau vorgestellt. Außerdem können Setzlinge getauscht und Pflanzen und Gemüse selbstverständlich auch gekauft werden. Bezahlt werden kann auch mit dem Freitaler.

Mehr dazu:

  Was: Beet2go Pflanzen-Nachmittag
Wann: Samstag, 12 Mai, 15 bis 19 Uhr
Wo: Todtnauer Straße 2